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ifo-Geschäftsklimaindex sinkt | BR24

© Ralf Schmidberger/BR

Ifo-Chef Fuest: Wirtschaftsprognosen müssen bei massivem shutdown korrigiert werden

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ifo-Geschäftsklimaindex sinkt

Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge.

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Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.

Nur verarbeitendes Gewerbe etwas optimistischer

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Bundesbank: Langsamere Erholung

Nach Einschätzung der Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft im laufenden Vierteljahr ihre Erholung zwar fortsetzen, «dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen». Die Notenbank schreibt in ihrem ebenfalls am Montag veröffentlichten Monatsbericht Oktober: Das Vorkrisenniveau dürfte auch zum Jahresende noch deutlich unterschritten werden.

Reaktionen überwiegend skeptisch

Ökonomen äußerten sich skeptisch zum weiteren Jahresverlauf angesichts der erneuten Zuspitzung der Corona-Krise. «Die heutige Veröffentlichung unterstreicht, dass die Zeit positiver konjunkturelle Nachrichten erst einmal vorbei sein dürfte», kommentierte der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Burkert, die Ifo-Daten. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet für das Schlussquartal 2020 jedoch nicht mit einer zweiten Rezession, da «ein erneuter undifferenzierter Lockdown unwahrscheinlich» sei: «Anders als bei der ersten Corona-Welle dürfte die Regierung ein Dichtmachen der Geschäfte vermeiden wollen.»

Der Hauptgeschäftsführer des Maschinen-und Anlagenbauverbands VDMA, Thilo Brodtmann reagierte mit der Forderung an die Bundeskanzlerin einen Lockdown klipp und klar auszuschließen. Gleiches gelte für den grenzübergreifenden Verkehr. Die Grenzschließungen im Frühjahr waren aus Sicht des VDMA ein Fehler und dürfen sich in Europa nicht wiederholen.