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ifo-Chef Fuest: Mehrwertsteuersenkung kommt nur teilweise an | BR24

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Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, geht davon aus, dass die Senkung der Mehrwertsteuer nicht voll bei den Verbrauchern ankommen wird.

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ifo-Chef Fuest: Mehrwertsteuersenkung kommt nur teilweise an

Clemens Fuest vom ifo-Institut rechnet damit, dass die Mehrwertsteuersenkung nur zum Teil bei den Verbrauchern ankommen werde. Das sagte der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung im Bayerischen Rundfunk.

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Die beschlossene Mehrwertsteuersenkung wird nicht voll bei Verbrauchern ankommen. Davon geht der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, aus. Im "B5 Thema des Tages" sagte Fuest, Erfahrungen anderer Länder zeigten, dass das vielleicht die Hälfte sei.

Enormer Aufwand für Unternehmen

"Das Problem ist, dass es für viele Unternehmen ein ziemlicher Aufwand ist, Preise zu ändern. Da muss man alles neu programmieren - für sechs Monate. Das ist nicht so ganz ohne." ifo-Chef Clemens Fuest

Kunden sollten nicht zu viel erwarten, so Fuest. Er rät Verbrauchern, die planen, eine Waschmaschine oder ein Auto zu kaufen, beim Händler nachzufragen, ob ein niedrigerer Preis möglich sei.

Kassensysteme in Geschäften lassen sich leichter umstellen

Die Umstellung der Kassensysteme in den Geschäften oder in der Gastronomie auf den niedrigeren Mehrwertsteuersatz dürfte für die meisten Unternehmen kein Problem sein, sagte Fuest. Eine dauerhafte Senkung sieht er kritisch. Das würde den Staat viel Geld kosten.

Zweifel am geplanten Ende der Mehrwertsteuersenkung

Fuest geht davon aus, dass die Krise bis Weihnachten noch nicht vorbei sei. "Insofern wird man überlegen müssen, wollen wir wirklich schon nach sechs Monaten die Steuer wieder anheben?", so der Chef des ifo-Instituts. Die vom Kabinett geplanten Überbrückungshilfen des Mittelstands nannte Fuest eine Hilfe. "Wir können von der Regierung nicht erwarten, dass sie diese Krise vollständig abfedert."

Familien bräuchten mehr als den Kinderbonus

Fuest geht davon aus, dass die Unterstützung den "einen oder anderen vor der Insolvenz bewahrt". Im Kinderbonus von 300 Euro, den Familien pro Kind erhalten sollen, sieht Fuest eine "Geste". Die großen Probleme, die Familien derzeit haben, bräuchten allerdings mehr als einen Kinderbonus. "Da braucht man neue Lösungen für den Unterricht, über das Internet und letztlich auch eine schnellere Öffnung von Schulen und Kitas."

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