Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

IAA und Klima-Proteste: Der ADAC fordert, Sorgen ernst zu nehmen | BR24

© Gabriel Wirth, BR

Tausende Auto-Gegner wollen vor der IAA für die "Verkehrswende" demonstrieren. Der ADAC fordert von den Autokonzernen, Sorgen ernst zu nehmen.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

IAA und Klima-Proteste: Der ADAC fordert, Sorgen ernst zu nehmen

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) sieht sich am nächsten Wochenende mit tausenden Auto-Gegnern konfrontiert, die für die Verkehrswende demonstrieren wollen. Jetzt hat sich auch der ADAC zu den Sorgen der Demonstranten geäußert.

Per Mail sharen
Teilen

Während auf dem Frankfurter Messegelände die Autobauer ihre neuesten Modelle für die Internationale Automobilausstellung (IAA) ins rechte Licht rücken, macht sich nur wenige Kilometer entfernt ein breites Bündnis aus Umweltverbänden für Großdemonstrationen bereit. Sie wollen die Automobilausstellung nutzen, um eine Verkehrswende herbeizuführen.

Vor dem Hintergrund der angekündigten Proteste geben sich die Autokonzerne auf der IAA umweltbewusst: Bei den heute (10.09.) beginnenden Pressetagen der Ausstellung ist viel von Klimawandel und Elektromobilität die Rede.

ADAC zeigt Verständnis für Klima-Sorgen

Kritiker halten dagegen die Strategien der Konzerne für wenig überzeugend. Sie werfen den Herstellern Greenwashing vor und machen die Industrie für den hohen Ausstoß an Treibhausgasen mit verantwortlich. Der ADAC, der auch auf der IAA vertreten ist, betonte jetzt: Man müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen.

"Man muss die Menschen schon verstehen: Der Klimawandel kommt immer näher in ihre direkte Umgebung. Es geht nicht mehr nur um abschmelzende Polkappen. Der Klimawandel kommt direkt in ihre Region. Und deshalb ist auch verständlich, dass die Menschen Ängste haben." August Markl, Präsident des ADAC

Das fordern die Demonstranten bei ihrem Klima-Protest

Noch ist auf der IAA von den angekündigten Protesten gegen die Autohersteller relativ wenig zu sehen, bis auf einen großen schwarzen Ballon von Greenpeace, der wie eine Qualmwolke aus dem Auspuff eines Monster-Trucks ragt. Darauf die Aufschrift: "Verkehrswende ohne Klimakiller".

Das Bündnis von verschiedenen Umweltgruppen hat seine Proteste gegen die IAA vor allem am ersten Besuchertag, am kommenden Samstag (14.09.), geplant. Die Autoindustrie müsse unter anderem weitere Modelle mit Verbrennungsmotor stoppen, erklärten die Organisatoren des Demo-Bündnisses "#aussteigen". Außerdem fordern sie:

  • Keine Verbrennungsmotoren mehr
  • Klimaneutraler Verkehr spätestens im Jahr 2035
  • Vorrang für Fuß- und Radverkehr
  • Ausbau von Bus- und Bahnverkehr
  • Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h außerorts und 30 km/h innerorts
  • Effizientere Elektromobilität statt E-SUVs
  • Klimaschutzgesetz bis Ende 2019, um das Erreichen des 1,5 Grad-Ziels sicherzustellen

Konzernchefs lehnen Interviews auf der IAA ab

Die Konzernchefs der deutschen Autohersteller geben sich angesichts der Forderungen zwar recht selbstbewusst, allerdings räumt Daimler-Chef Ola Källenius auch ein, dass es schwierig sein wird, die kommenden CO2-Ziele in der EU einzuhalten. PSA-Chef Carlos Tavares rechnet sogar mit einigen Pleiten in der Branche in den nächsten Jahren.

Wie groß die Sorgen der Autobranche derzeit sind, kann man wohl auch daran ablesen, dass die Bosse von BMW und Audi Interviewanfragen abgelehnt haben.

© BR

Der Klimaschutz stellt die Autobranche vor viele neue Herausforderungen. Das zeigt sich auch zum Auftakt der Internationalen Automobilausstellung, kurz IAA, in Frankfurt. Im Mittelpunkt stehen dort die Elektro-Fahrzeuge.