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Huawei wehrt sich gegen Spionage-Vorwürfe | BR24

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    Huawei wehrt sich gegen Spionage-Vorwürfe

    Der chinesische Handyhersteller und Netzausrüster steht schon lange unter Spionageverdacht. Deutschland erwägt, den Konzern vom Aufbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes auszuschließen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

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    Der Druck auf Huawei wächst. Die Bundesregierung überlegt Strategien, um den Konzern aus dem Ausbau des 5G-Netzes auszuschließen. In einem Statement dem Bayerischen Rundfunk gegenüber wehrt sich das Unternehmen gegen die Vorwürfe.

    "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir alle technologischen Sicherheitsanforderungen bei 5G-Netzen vollumfänglich erfüllen können und verweisen auf unsere sehr gute Sicherheitsbilanz als ein global führender Lieferant von 4G-Netzen. Vor diesem Hintergrund sehen wir keinen rational nachvollziehbaren Grund, Huawei vom Aufbau der 5G-Infrastruktur in irgendeinem Land der Welt auszuschließen. Jeglicher Ausschluss eines Anbieters in einem Markt mit wenig Lieferanten führt in der Regel zu schlechterer Qualität bei höheren Preisen." Huawei Deutschland

    Bereits seit Jahren steht Huawei unter dem Verdacht der Spionage. Der Vorwurf lautet: Von dem Konzern hergestellte Handys und Ausrüstung könnten dazu verwendet werden, Staats- und Firmengeheimnisse zu erhalten. Bewiesen ist bislang nichts.

    Juristische Maßnahmen

    Die USA gehen gegen Huawei inzwischen juristisch vor wegen des Spionageverdachts. Das Wall Street Journal berichtet, die Ermittlungen gegen Huawei seien bereits fortgeschritten – möglicherweise komme es schon bald zu einer Anklage. Die Zeitung beruft sich bei ihrer Recherche auf Insider-Informationen. Huawei soll unter anderem die Telekom-Tochter T-Mobile US ausspioniert haben. Dem Bericht zufolge geht es um Technologie, mit der Smartphones getestet werden. Huawei äußerte sich gegenüber der Zeitung zunächst nicht zu den Vorwürfen. US-Politiker haben zudem einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der den Verkauf von Chips und anderen Komponenten von Huawei verbieten soll. Australien und Neuseeland haben das Unternehmen vom 5G-Mobilfunk-Ausbau bereits ausgeschlossen.

    Warnung vor Vorverurteilung

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt vor einer Vorverurteilung aufgrund eines nicht bewiesenen Verdachts der Spionage. BDI-Präsident Dieter Kempf sagte, es dürfe kein Wettbewerber wegen des einfachen Verdachts einer Gefährdung der Sicherheit ausgeschlossen werden. Eine Entscheidung, ob Huawei in Deutschland vom 5-G-Ausbau ausgeschlossen wird, ist noch nicht gefallen.

    Huawei-Forschungszentrum in München

    Bayern ist für Huawei eine wichtige Region. In München betreibt die Firma schon seit vielen Jahren ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, dessen Einzugsbereich ganz Europa ist. Vor fünf Jahren waren dort 700 Ingenieure beschäftigt. Momentan sind es nach Huawei-Angaben rund 400. Ein Projekt dieses Forschungs- und Entwicklungszentrums wird voraussichtlich im kommenden halben Jahr in Weilheim eröffnet: ein so genanntes Manufacturing Tech Center, eine Testfabrik für die Industrie 4. In Weilheim soll dann moderne digitalisierte Fertigungstechnik erprobt werden. Zusammen mit etwa 15 Partnerfirmen aus ganz Deutschland forscht Huawei laut Firmensprecher dazu in einer Smart-Factory-Initiative. Auch Nürnberg ist ein Standort von Huawei: Dort sitzt ein Teil des Vertriebs für die Wechselrichtersparte, also für den Betrieb von Solaranlagen. Hinzu kommt in Nürnberg ein kleines Team, das sich mit der Stromversorgung in Rechenzentren beschäftigt. Hauptsitz des Telekommunikationsgiganten Huawei ist Chinas digitale Metropole Shenzhen nahe Hongkong, wo viele der wichtigsten Firmen in den Branchen Elektromobilität, Online-Dienste und künstliche Intelligenz beheimatet sind. Und da schließt sich der Kreis: Shenzhen ist die Partnerstadt von Nürnberg.