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Huawei-Finanzchefin festgenommen | BR24

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Die US-Behörden ermitteln seit Längerem gegen den Smartphone-Hersteller Huawei wegen Verstoßes gegen die Iran-Sanktionen. Nun wurde Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou im kanadischen Vancouver festgenommen.

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Huawei-Finanzchefin festgenommen

Die US-Behörden ermitteln seit Längerem gegen den Smartphone-Hersteller Huawei wegen Verstoßes gegen die Iran-Sanktionen. Nun wurde Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou im kanadischen Vancouver festgenommen.

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Wanzhou wird vorgeworfen, gegen die US-Sanktionen gegen Iran verstoßen zu haben, berichtet die kanadische Zeitung "The Globe and Mail". Demnach baten US-Behörden ihre kanadischen Partner, Wanzhou festzunehmen. Ein Auslieferungsantrag sei bereits von den USA gestellt worden. Vertreter des Konzerns sowie die US-Justizbehörden äußerten sich zunächst nicht.

China kritisiert USA

China, das gerade erst im Handelsstreit mit den USA einen "Waffenstillstand" vereinbart hatte, reagierte mit scharfem Protest auf die Festnahme. Die chinesische Seite habe die "USA und Kanada aufgefordert, das Fehlverhalten sofort zu korrigieren und die persönliche Freiheit von Frau Meng Wanzhou wiederherzustellen", teilte die chinesische Botschaft in Kanada mit. Man werde "alle Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen der chinesischen Bürgerin entschlossen zu schützen".

Tochter des Firmengründers

Meng Wanzhou ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei. Wie das kanadische Justizministerium mitteilte, soll Wanzhou heute angehört werden, um zu prüfen, ob sie gegen eine Kaution zunächst wieder freikommt.

Huawei weist Fehlverhalten von sich

Huawei bestätigte die Verhaftung von Meng in einem Statement. Der Konzern habe aber nur wenige Informationen erhalten, was der Managerin vorgeworfen werde und ihm sei kein Fehlverhalten bekannt. Huawei halte sich an alle Gesetze und Regulierungen, inklusive Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen sowie der USA und der EU.

In den USA kursieren schon länger Medienberichte, wonach Justizbehörden gegen den chinesischen Telekom-Ausrüster ermitteln. Das "Wall Street Journal" schrieb bereits im April, dass wegen der Iran-Geschäfte von Huawei eine strafrechtliche Untersuchung laufe.

Sanktionsverstöße als Zankapfel

Wegen des Vorwurfs von Sanktionsverstößen hatte Washington zuvor schon den chinesischen Netzwerk-Ausrüster ZTE bestraft, der dadurch schwere Geschäftseinbußen hinnehmen musste. Die Sanktionen gegen den chinesischen Konzern wurden im Juli aufgehoben, nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich interveniert und das Unternehmen eine Milliardenstrafe gezahlt hatte.

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Weitere Information zur Verweildauer

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In Kanada ist die Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei festgenommen worden. Sie soll gegen das US-Embargo gegen Iran verstoßen haben. Die USA fordern ihre Auslieferung, China ihre Freilassung.