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Homeoffice steuerlich absetzen: Neue Details zur Pauschale | BR24

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Homeoffice im Coronamodus: Was sollten Steuerpflichtige wissen ?

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    Homeoffice steuerlich absetzen: Neue Details zur Pauschale

    Die große Koalition hat sich endgültig auf eine Homeoffice-Pauschale geeinigt. Damit soll Heimarbeit während der Corona-Pandemie leichter absetzbar sein. Welche Möglichkeiten sich Steuerpflichtigen nun bieten. Die wichtigsten Antworten.

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    Von
    • Jürgen Seitz

    Arbeitnehmer, die in diesem Jahr coronabedingt viel von zu Hause gearbeitet haben, können mit einer steuerlichen Entlastung rechnen: Die Finanzpolitiker von Union und SPD haben sich auf eine neue Steuerpauschale verständigt.

    Mit der Homeoffice-Pauschale fördere man Kosten wie beispielsweise für Strom, Telefon und Internet, erklärte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. "Damit entlasten wir die, die in der Pandemie von zu Hause Enormes geleistet haben und richten das Steuerrecht konsequent auf die moderne Arbeitswelt aus." SPD-Fraktionsvize Achim Post sagte, nun könnten Beschäftigte, die in den eigenen vier Wänden arbeiten, einfacher ihre Kosten steuerlich geltend machen.

    Wie die Homeoffice-Pauschale genau funktioniert und welche Möglichkeiten noch bestehen, Homeoffice steuerlich geltend zu machen - die wichtigsten Fragen und Antworten.

    Warum braucht es eine Homeoffice-Pauschale?

    Da die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers kompliziert ist, spürt der Steuergesetzgeber durch die Corona-Beschränkungen Handlungsdruck. Denn vor Corona waren vergleichsweise wenige Heimarbeitende betroffen, die genaue Vorgaben des Finanzamtes an ihr Arbeitszimmer einhalten mussten.

    Nun mussten viele Beschäftigte mehr oder weniger freiwillig ins Homeoffice wechseln. Dass sie oft keine entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung haben, soll ihnen steuerlich jedoch keine Nachteile bringen. Außerdem entfällt für "Heimarbeiter" die Pendlerpauschale. Auch das will der Steuergesetzgeber damit abfedern.

    Wieviel genau bringt die Homeoffice-Pauschale bei der Steuer?

    Die Homeoffice-Pauschale soll 5 Euro pro Tag, maximal jedoch 600 Euro im Kalenderjahr betragen. Das entspräche also 120 Tagen im Homeoffice.

    Fest steht nun auch, dass die Homeoffice-Pauschale in die sogenannte Werbungskostenpauschale (z.B. etwa Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen) eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt wird. Dann würden nur die Steuerpflichtigen profitieren, deren Werbungskosten (inklusive Homeoffice) 1.000 Euro überschreiten. Das Bundesfinanzministerium hatte sich für diese aus Steuerzahlersicht ungünstigere Lösung ausgesprochen.

    Lohnt sich die Homeoffice-Pauschale in dieser Form?

    Da die Homeoffice-Pauschale auf 600 Euro gedeckelt ist, kommt es auf die Dauer der Nutzung an. Ist ein Ende der Heimarbeit nicht absehbar, lohnt sich auf jeden Fall die Einrichtung eines Arbeitszimmers, das durch das Finanzamt anerkannt wird, mehr.

    Dazu müssen Beschäftigte zeitweise oder dauerhaft keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung haben. Genau das dürfte bei vielen im Moment der Fall sein, wenn die Arbeit im Homeoffice vom Unternehmen verordnet wurde. Aber Achtung: Laut Gesetz muss das Arbeitszimmer ein abgeschlossener, bürotypischer Raum sein, der höchstens zu 10 Prozent privat genutzt werden darf.

    Anerkanntes Arbeitszimmer: Wieviel kann ich absetzen?

    Müssen Beschäftigte zeitweilig zu Hause arbeiten, können sie bis zu 1.250 Euro im Kalenderjahr als Werbungskosten geltend machen. Wird das Arbeitszimmer gar zu mehr als der Hälfte im Jahr benutzt, können sämtliche Kosten entsprechend zeitanteilig angerechnet werden.

    Die Anrechnung eines Arbeitszimmers entspricht dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur Gesamtfläche der Wohnung. Wenn also ein Arbeitszimmer 20 Prozent der Gesamtfläche ausmacht, dann können Strom-, Wasser- und Mietkosten entsprechend anteilig abgesetzt werden.

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