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Goldboom: Hohe Nachfrage nach Schmuck und Gold | BR24

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In München hat die internationale Schmuck-, Uhren- und Edelsteinfachmesse Inhorgenta begonnen. Zu den Schwerpunkten gehört in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit. Themen sind daneben aber auch das Coronavirus und die hohen Goldpreise.

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Goldboom: Hohe Nachfrage nach Schmuck und Gold

In München hat die internationale Schmuck-, Uhren- und Edelsteinfachmesse Inhorgenta begonnen. Zu den Schwerpunkten gehört in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit. Themen sind daneben aber auch das Coronavirus und die hohen Goldpreise.

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Goldschmuck wird immer beliebter. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz um rund fünf Prozent. Insgesamt gaben Bundesbürger und ausländische Touristen hierzulande knapp 4,8 Milliarden Euro für Schmuck aus. Das ist ein Plus von drei Prozent. Gold- und Platinschmuck machen den Angaben des Verbands BVJ über ein Drittel des gesamten Schmuckmarktes aus. Vor allem Trau- und Verlobungsringe lägen voll im Trend.

Gleichzeitig gaben die Kunden sehr viele Schmuckstücke aus ihren Schatullen in Zahlung. Insgesamt entsprach das so gewonnene Altgold in etwa der Menge an Gold, die in Deutschland im vergangenen Jahr für die Produktion von neuem Schmuck benötigt wurde.

Hoher Goldpreis - mit weiterem Trend nach oben

In Euro hat der Goldpreis einen Rekordwert erreicht, wie Michael Eubel, Leiter des Edelmetallgeschäfts der BayernLB sagt. Die Bayerische Landesbank hat allein im vergangenen Jahr über 60 Tonnen physisches Gold gehandelt. Heute wurde die Unze in London für mehr als 1.400 Euro gehandelt, so hoch wie noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung.

Experten erwarten, dass der Preis weiter steigt. International maßgeblich ist aber nicht die Notierung in Euro. An den Märkten wird der Goldpreis in Dollar angegeben. Die sehr lockere Geldpolitik der Notenbanken und Krisen treiben den Kurs. Die alles überlagernde Diskussion seien die Negativzinsen, meint der Sprecher des Münchner Goldhandelshauses Pro Aurum Benjamin Summa.

Trend Nachhaltigkeit

Immer mehr Kunden fragen nach und wollen wissen, ob Edelsteine, Gold oder Platin aus sauberen Quellen stammen. Fair Trade in der Schmuckbranche liegt im Trend. Allerdings benötigt die Branche dafür eine verlässliche Zertifizierung. An dieser hapert es häufig noch, ist vom Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte zu erfahren. Lediglich beim Kauf von Diamanten und Eheringen aus Gold kann die Herkunft heute in den meisten Fällen garantiert werden. Denn besonders Eheringe wollen Käufer mit gutem Gewissen tragen können. Und sogenannte Blutdiamanten, die militärische Konflikte in Krisenregionen anheizen, sind schon lange in Verruf.

"Das Thema Nachhaltigkeit wird von der Branche offensiv angegangen. Ich gebe zu, dass es sicherlich nicht an allen Ecken und Enden schon voll und ganz erfüllt ist." Stephan Lindner, Präsident des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte

Kaum Absagen wegen Coronavirus auf Inhorgenta

Lediglich zwei Aussteller aus China und einer aus Hongkong hätten die Messe wegen der Folgen des Coronavirus abgesagt. Vorsorglich hat die Messe München Sanitätsstationen eingerichtet. Das medizinisch ausgebildete Personal sei im Umgang mit Infektionskrankheiten geschult. Außerdem sollen vor allem stark frequentierte Bereiche wie WCs, Rolltreppen und Türen häufiger als sonst gereinigt werden.

"Aufgrund von Reise- und Logistikrestriktionen vor allem von und nach China spüren wir eine stärkere Unsicherheit von Ausstellern aus dieser Region." Messe-Statement