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Hochwasser in Bayern: So sichern Sie Flutschäden richtig ab | BR24

© dpa/Tobias Hase

Nach dem Hochwasser in Simbach am Inn 2016 standen viele Hausbesitzer vor dem Nichts.

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    Hochwasser in Bayern: So sichern Sie Flutschäden richtig ab

    Starkregen und Sturzfluten sind Wetterphänomene, die immer häufiger auftreten. Flüsse steigen über die Ufer und Keller laufen voll. Die finanziellen Schäden für Hausbesitzer können enorm sein. Wer aber kommt dafür auf ?

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    Häuser in Flussnähe oder an einem Hang gelegen, sind bei Hochwasser besonders gefährdet. Die Wassermassen laufen über Kellerfenster und Türen ins Haus, tun kann man dann oft wenig. Das deutsche HochwasserKompetenzCentrum HKC mit Sitz in Köln empfiehlt das Eigenheim schon im Vorfeld auf Schwachstellen zu überprüfen.

    Hochwasserschutz beginnt vor der Flut

    Schon beim Hausbau sollte man sich bewusst sein, dass man auch mit baulichen Maßnahmen Schäden durch Überschwemmungen entgegenwirken kann. Das Gesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vom Mai 2005 verpflichtet Hausbesitzer geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und zur Schadensminimierung zu treffen. Dabei ist die Lage des Hauses und die Bausubstanz wichtig, aber vor allem auch die Überprüfung der Kellerrohre. Im Untergeschoss kann das Wasser nicht nur von außen eindringen, im Extremfall kann auch Grundwasser durch nicht gesicherte Rohre nach oben gedrückt werden.

    Alte Ölheizungen sind eine Gefahrenquelle

    Vor allem alte Ölheizungen drohen unter dem Wasserdruck zu platzen. Wie man das Haus am besten sichert, ist in der Anlagenverordnung mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) des Bayerischen Landesamts für Umwelt geregelt. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzichten viele auf entsprechende Schutzmaßnahmen wie Rückstauklappen oder Tauchpumpen wegen der hohen Kosten.

    Staatliche Hilfe nur in Härtefällen

    Aufgequollene Möbel, feuchte Wände, zerstörter Hausrat: Hochwasser verursacht oft große Schäden. Nach einer Studie der Versicherungswirtschaft geht die Mehrzahl der Hausbesitzer davon aus, dass der Staat Flutopfern hilft. Bislang ist das aber eine Fall-zu-Fall-Entscheidung. Bayern hat nach den schweren Unwettern in Simbach am Inn 2016 klare Regeln aufgestellt: mit Stichtag 1. Juli 2019 soll es für Hochwasseropfer keine Soforthilfe mehr aus Steuergeldern geben, wenn die Gebäude gegen Elementarschäden versicherbar gewesen wären. Härtefälle bleiben von der Regelung ausgenommen.

    Die richtige Versicherung ist entscheidend

    Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung haftet nur eingeschränkt. Eine Hausratversicherung deckt Schäden an beweglichen Gegenständen ab, wie Möbel, Elektrogeräte und Hausrat. Als Schadensursache gelten Einbrüche, Raub, Vandalismus oder Blitzeinschläge. Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am Haus ab, in der Regel hervorgerufen durch Leitungswasser, Hagel, Feuer und Sturm. Wenn aber Starkregen zu Überflutungen führt und deshalb der Keller vollläuft, zahlen Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung nicht. Für diese Fälle gibt es die sogenannte Elementarschadenversicherung. Die Höhe des Beitrages bemisst sich nach der jeweiligen Risikozone, in das alle Wohngebiete in Bayern eingestuft sind. Allerdings: Der Versicherer ist nicht verpflichtet, eine Police anzubieten. Für Häuser in besonders gefährdeten Gebieten kann man deshalb oft keinen oder nur einen sehr teuren Tarif abschließen.

    Flussnähe kann teuer werden

    Jeder Hausbesitzer sollte wissen, ob sein Wohngebäude und die von ihm bewohnte Region überschwemmungsgefährdet sind. Aus diesem Grund präsentierte die Versicherungswirtschaft 2012 zusammen mit dem HochwasserKompetenzCentrum in Köln den sogenannten Hochwasserpass. Der Hochwasserpass ermöglicht individuelle Risikoanalysen und benennt konkrete Präventionsmaßnahmen.