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Hightech erleichtert Dieben den Autodiebstahl | BR24

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"Code-Grabber" - so der Name eines kleinen Geräts, das sich ähnlich wie eine Fernbedienung bedienen lässt und dabei mit viel Hightech ausgestattet ist. Ein Tool für Autodiebe. Wie kann man sich vor diesem schützen?

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Hightech erleichtert Dieben den Autodiebstahl

"Code-Grabber" - so der Name eines kleinen Geräts, das sich ähnlich wie eine Fernbedienung steuern lässt und dabei mit viel Hightech ausgestattet ist. Ein Tool für Autodiebe. Aber: Wie kann man sich vor diesem schützen?

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Mit dem Code-Grabber lassen sich durch den Täter etwa Schlüsselsignale von Autos auf der gegenüberliegenden Straßenseite just in dem Moment einfangen, in dem Betroffene ihre Autotür schließen.

Das Gerät kostet ein paar Tausend Euro. Für Täter lohnt sich das: Ist das Auto einmal geöffnet, ist automatisch jeder weitere Zugriff mit dem Originalschlüssel nicht mehr möglich.

Die Einbrecher sind erfinderisch

Deutschlandweit beobachtet die Polizei Einbrüche ganz ohne Einbruchspuren. Das passiert besonders häufig auf unbewachten Parkplätzen und Garagen. Die Täter spähen ihre Opfer aus und greifen zu, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, stehlen Navigationsgeräte und Wertsachen.

Und es gibt noch andere Wege für High-Tech-Diebe. Sie verlängern die Funkstrecke vom Schlüssel im Haus zum Auto - öffnen und klauen gleich das ganze Auto. Vor gut einem Jahr haben mehrere Täter so den Wagen eines Münchners gestohlen.

München: Diebstahl-Opfer kann Täter überführen

Dass eine Kamera im Auto die Täter filmte, ahnten sie nicht. Das Navigationsgerät hatten sie bereits aus dem Auto herausgerissen. Deshalb fühlten sie sich unbeobachtet, als sie Richtung bayerisch-tschechischer Grenze rasten. Doch was sie nicht ahnen konnten: das Diebstahlopfer hatte weitere Technik verbaut. Ein elektronischer Fahrten-Tracker ortete den Wagen in Echtzeit. In einer gemeinsamen Aktion der bayerischen und der tschechischen Polizei konnte so die Festnahme gelingen. Ein Ausnahmefall.

Verhandlung in München

High-Tech-Verbrecher landen eher selten auf der Anklagebank. Doch vergangene Woche müssen sich die jungen Männer aus Polen mit weiteren Komplizen vor dem Landgericht München 1 verantworten.

"Die Staatsanwaltschaft München 1 legt den Angeklagten schweren Bandendiebstahl zur Last. Wir gehen davon aus, dass in mindestens neun Fällen hochwertige Fahrzeuge entwendet worden sind." Florian Weinzierl, Staatsanwaltschaft München 1

Tom Biederstaedt, der beklaute Autofahrer, hat seine Zeugenvernehmung gespannt erwartet. Die Diebe kannte er bisher nur aus dem Film in seinem Auto. Sie sind jung und technisch versiert, wirken ziemlich gelassen. Das Equipment, das sie verwendet haben, kann man überall kaufen - Code-Grabber inklusive. Dass die Angeklagten auf elektronischem Weg bei ihm eingebrochen sind, beunruhigt Tom Biederstaedt auch heute noch.

"Komisches Gefühl, sehr komisches Gefühl. Da sitzt einer, der vor einem Jahr in deine Privatsphäre eingedrungen ist und dir dein Auto geklaut hat. Der ist einfach damit bei dir vom Hof gefahren. Ein blödes Gefühl, ein ganz komisches Gefühl." Tom Biederstaedt, Diebstahl-Opfer

Hintermänner schwer zu ermitteln

Ihre Taten rechtfertigen die Kriminellen mit Schulden, die sie begleichen wollten. Über etwaige Auftraggeber schweigen sich alle aus.

"Mit Sicherheit sind Hinterleute da, die bedient werden. Das ist es ja, die Köpfe kriegt man nicht. Die da drinnen sitzen, das sind arme Schlucker. Was kriegen die, 500 Euro für einen Autodiebstahl, bringen sich dadurch in Gefahr, schmeißen ihr Leben weg und das war es." Tom Biederstaedt, Diebstahl-Opfer

Der Kauf des Geräts ist nicht strafbar. Und die meisten Autofirmen haben dagegen kein Rezept. Die Schlüsselsignale kann man meist relativ einfach abfangen. Genau das macht es der Polizei meist schwer. Sie rät generell, keine Wertgegenstände im Auto zu lassen und gerade bei öffentlichen Parkplätzen achtsam zu sein.

Im Diebstahl-Fall: Was zahlt die Versicherung?

Für Teil- und Vollkaskoversicherte ist der Diebstahl fest installierter Geräte, wie ein Navigationsgerät, versichert.
 Ein mobiles Navi oder ein Handy werden allerdings nicht ersetzt. 
Außerdem: Im Schadensfall wird der vereinbarte Selbstbehalt fällig.

Und auch wenn das ganze Auto weg ist, zahlt die Versicherung. Aber nur an den, der eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hat.