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High-Tech: Bayern für Chile ein strategischer Partner | BR24

© BR/Jürgen Seitz

Chile hat sich Bayern als strategischen Partner in Europa ausgesucht. Mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium etwa wurde eine enge Technologiepartnerschaft vereinbart. Bis Donnerstag präsentiert sich Chile auf dem Innovationsgipfel in München.

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High-Tech: Bayern für Chile ein strategischer Partner

Chile hat sich Bayern als strategischen Partner in Europa ausgesucht. Mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium etwa wurde eine enge Technologiepartnerschaft vereinbart. Bis Donnerstag präsentiert sich Chile auf dem Innovationsgipfel in München.

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Bergbau und Rohstoffe für die Welt - jahrzehntelang das Exportmodell von Chile. Aber nun möchte das Land dieses Modell ändern. Und das hat mehrere Gründe: Der Erzgehalt in Kupferminen sinkt, gleichzeitig steigen die Kosten. Der hohe Wasserbrauch beim Zukunftsrohstoff Lithium ist zum akuten Umweltproblem geworden.

Außerdem: Das Land spürt den Handelskrieg zwischen den USA und China. "Mit jedem Cent, den der Kupferpreis fällt, entgehen Chile 60 Millionen US-Dollar Gewinn", sagte kürzlich der chilenische Bergbauminister Baldo Prokurica.

Innovationsoffensive als zweites Standbein

Mit einer High-Tech-Offensive will sich Chile nun weitere Standbeine schaffen und hat sich Bayerns Wirtschaft als strategischen Partner in Europa ausgesucht. Im Februar 2019 öffnete die ProChile Wirtschaftsförderung ihre Repräsentanz in München. Mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium wurde eine enge Technologiepartnerschaft vereinbart. Auf dem Innovationsgipfel, der am Mittwoch und Donnerstag in München stattfindet, wollen die Chilenen zeigen, was sie zu bieten haben.

© ProChile/BR

Auf gute Zusammenarbeit: ProChile Direktor Jorge O'Ryan Schütz (4.v.links) mit Florian Mann, Chef der Münchner Gründerschmiede WERK1 (3.v.links)

Bayerisch-Chilenischer Innovatonsgipfel in München

Insgesamt zehn chilenische Gründerunternehmen bewerben sich um Kapital und Kooperation. Ob IT-gestützte Wasserspartechnik für die Landwirtschaft (SAVTEC), Software-Lösungen für Bergbau 4.0 (TI MINING) oder Virtuelle Mitarbeiterschulungen (YOY) - hier präsentiert sich die digitale Transformation der chilenischen Wirtschaft.

Schon wird in Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley vom "Chilecon Valley" gesprochen. Ob es soweit kommt, das hängt auch vom Interesse bayerischer Unternehmen ab. Ein wichtiger Faktor sind auch Ideen, wie das Beispiel der Software-Schmiede "Fracttal" aus Santiago de Chile zeigt.

"Fracttal" will branchenübergreifend die Wartung und Beschaffung von Betriebsmitteln optimieren sowie mit Cloud-basierter IT die Kosten senken und Produktionsausfälle verhindern. Mit der BMW Start-Up "Garage", dem Innovationsscout des Autobauers, hat es bereits ein Kontaktgespräch gegeben. BMW prüft, ob die Chilenen beim Wandel von Prozessen und eigener Produktion einen Beitrag leisten können.

Freistaat als Netzwerker

Möglich wurde der Kontakt zwischen BMW und dem Unternehmen Fracttal auf dem Münchner Start-Up-Event "Bits and Pretzels". "Fracttal" konnte dort teilnehmen dank der Unterstützung der Südamerika-Repräsentanz der bayerischen Staatsregierung - ein Beispiel für den Freistaat als Mittler und Netzwerker.

Chile nutzt Produkte eines Unternehmens aus der Oberpfalz

Eine bayerische Wirtschaftsdelegation wird ab 20. Oktober in Chile Geschäftschancen ausloten. Nachhaltige Rohstoffgewinnung und Wasserwirtschaft etwa sind in ganz Chile stark gefragt. Bayerische Recyclingtechnik oder Produkte zur Gewässerreinigung könnten dazu beitragen. Solche Produkte entwickelt und verkauft die "Huber SE" aus dem oberpfälzischen Berchting.

Südlich von Santiago de Chile entsteht gerade eine Anlage zum Abwasserrecycling, deren ultrafeine Porentechnik hilft, knappes Wasser zu sparen und wieder aufzubereiten. Rainer Koehler, Vorstand des Unternehmens in der Oberpfalz, sieht in den kommenden Jahren Potenzial für Aktivitäten - nicht nur in Chile, sondern in ganz Lateinamerika. Dort lebten bereits heute etwa 620 Millionen Menschen. Die Abwasserreinigung sei aber in vielen Ländern noch völlig unzureichend, sagt Koehler.

© Huber SE, Berchting

Gegen den Wassermangel: Oberpfälzer Filtrations-Anlage im chilenischen Los Angeles