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Die Flucht des Automanagers Carlos Ghosn aus Japan

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Helfer vor Gericht: Automanager Ghosns Flucht aus Japan

In Tokio hat der Prozess gegen zwei US-Amerikaner begonnen, die dem früheren Autoboss Carlos Ghosn bei dessen Flucht in den Libanon geholfen haben sollen - in einem Koffer an Bord eines Privatjets.

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Von
  • Dominik Einzel

Es liest sich wie das Drehbuch für einen Wirtschaftskrimi: Die Flucht des ehemaligen Automanagers Carlos Ghosn aus Japan. Vor etwa eineinhalb Jahren ist der Manager, der Firmenkapital bei Renault-Nissan veruntreut haben soll, in einem Koffer versteckt von Osaka in den Libanon geflohen. Seit heute stehen in Tokio seine US-amerikanischen Helfer vor Gericht.

Vater und Sohn planten die spektakuläre Flucht

Angeklagt sind ein 60-jähriger ehemaliger Elitesoldat der US-Armee und sein 28-jähriger Sohn. Beide sollen gemeinsam den Fluchtplan ausgeheckt haben. Vater Michael T., der inzwischen im Bereich privater Sicherheitsdienstleistungen tätig ist, soll nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft mehrfach nach Japan gereist sein und sich dort mindestens sieben Mal mit Ghosn getroffen haben. Sein Sohn Peter soll japanischen Medien zufolge 144 Millionen Yen (knapp 1,1 Millionen Euro) von der Ghosn-Familie für die Hilfe erhalten haben.

Flucht im Koffer an Bord eine Privatjets

Ghosn war Ende 2019 in einem Koffer, den man üblicherweise für den Transport von Musik-Equipment nutzt, an Bord eines Privatjets von Osaka über Istanbul nach Beirut geflogen worden. Der Manager hat auch die libanesische Staatsbürgerschaft. Er hält sich weiter im Libanon auf und darf das Land nicht verlassen. Allerdings weist der Libanon seine Staatsbürger nicht aus, weshalb die japanische Justiz keinen Zugriff auf ihn hat.

© picture alliance / abaca | Balkis Press/ABACA
Bildrechte: picture alliance / abaca | Balkis Press/ABACA

In dem rechten Musik-Koffer versteckt floh Automanager Ghosn in den Libanon.

US-Fluchthelfer geständig

Vater und Sohn haben vor Gericht ihre Mittäterschaft an der spektakulären Flucht des Automanagers aus Japan eingestanden. Sie sagten am Montag vor dem Bezirksgericht in Tokio aus und bestritten die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe nicht. Sie waren von Japan per Haftbefehl gesucht, im Mai vergangenen Jahres in den USA festgenommen und Anfang März nach Japan ausgeliefert worden. Ein dritter mutmaßlicher Fluchthelfer aus dem Libanon ist weiterhin flüchtig.

Ghosn soll Firmenkapital veruntreut haben

Der Automanager war im November 2018 in Japan festgenommen worden. Die Justiz wirft ihm unter anderem vor, private Verluste auf den Autohersteller Renault-Nissan übertragen zu haben, sowie Firmenkapital zweckentfremdet zu haben.

Auch in Frankreich laufen Ermittlungen gegen Ghosn. Dabei geht es unter anderem um die möglicherweise illegale Finanzierung zweier rauschender Feste auf Schloss Versailles.

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