Heizungsthermostat mit Thermometer davor
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Heizungsthermostat mit Thermometer davor

    Heizkosten sparen? Was in Mietshäusern zu beachten ist

    Wer Heizkosten sparen will, ist in Mehrfamilienhäusern mit gemeinsamer Heizungsanlage auch auf die Hausgemeinschaft angewiesen. Warum das so ist und wann für Mietwohnungen mit der Erhöhung der Nebenkosten zu rechnen ist.

    Jeder achte Mieter war dem Statistischen Bundesamt zufolge schon 2021 mit den Wohnkosten überlastet. Es ist zu erwarten, dass noch viel mehr Menschen wegen der stark steigenden Energiekosten bald als überlastet gelten.

    Bei den wichtigsten Mietnebenkosten, denen für Heizung und Warmwasser, können die einzelnen Haushalte häufig nur bedingt sparen. Denn ein großer Teil davon entfällt auf die Gemeinschaftskosten des Hauses. Das gilt natürlich nur für Mehrfamilienhäuser und nicht für Einfamilienhäuser.

    Heizkosten vom Verhalten der Wohnungsnachbarn abhängig

    Nur 50 bis 70 Prozent der Heizkosten werden gemäß der Heizkostenverordnung dem individuellen Verbrauch zugeschlagen, wenn die Wohnung an eine Zentralheizung angeschlossen ist. Umgekehrt werden 30 bis 50 Prozent der Brennstoffe dann über die Hausgemeinschaft abgerechnet.

    Das Ablese-Ergebnis an Heizkörpern und Warmwasserzählern kann in diesem Zusammenhang also buchstäblich nur die halbe Miete sein und spiegelt immer nur einen Teil des tatsächlichen Aufwands wieder.

    Hausgemeinschaft: Alleine zu frieren hat bei den Kosten nur geringen Einspareffekt

    Selbst wer alle Heizkörper abdreht und immer kalt duscht, kann bis zur Hälfte der Kosten veranlagt werden, die sein Nachbar als Warmduscher in geheizten Räumen verursacht. Das wäre zwar nicht umsonst gespart, steht aber in keinem gesunden Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.

    Umgekehrt kann man es sich in einer solchen Hausgemeinschaft immer auch ein wenig auf Kosten der anderen gemütlich machen. Das liegt allein schon daran, dass eine gemeinschaftliche Heizungsanlage vom Verbrauch her meist günstiger ist als eine individuelle Lösung wie zum Beispiel eine Gas-Etagenheizung.

    Was für eine 30- zu 70-Prozent-Regelung bei den Heizkosten spricht

    Richtig sparen lassen sich Heizkosten also meist nur im Rahmen der Hausgemeinschaft – wenn alle mitmachen. Eine 30- zu 70-Prozent-Regelung erscheint vernünftig, weil auch die Heizanlage selbst Energie verbraucht, bis die Wärme in der Wohnung ankommt. Dafür muss man schon einen gewissen Verbrauchsanteil veranschlagen. Außerdem sollte ja auch der Rest des Hauses frostfrei bleiben und frei von Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung.

    Es kann durchaus auch soziale Gründe geben, warum die eine oder andere Wohnung etwas wärmer sein sollte. Neben persönlichen Vorlieben brauchen kleinere Kinder und viele ältere Menschen eine höhere Zimmertemperatur, um sich wohl zu fühlen und nicht zu frieren oder gar krank zu werden durch Erkältung oder Bronchitis.

    Höhere Abschlagszahlungen

    Grundsätzlich handelt es sich bei höheren Abschlagszahlungen um eine Vorsichtsmaßnahme. Denn summieren sich die höheren Kosten bis zum Jahresende, könnte es ein böses Erwachen geben.

    Wer einen Dauerauftrag ausgefüllt hat, bekommt die höheren Nebenkostenvorauszahlungen automatisch vom Konto abgezogen. Will man nicht mehr zahlen, ist eine Änderung bei der Bank nötig. Denn Mieter können auch weiterhin die bisherigen Vorauszahlungen leisten, müssen jedoch bei der Jahresrechnung wahrscheinlich mehr zahlen.

    Mietervereine und Verbraucherverbände raten daher, für diesen Zweck Geld zurückzulegen. Laut Bundesnetzagentur könnte es zu einer Verdreifachung der Gaspreise für 2023 kommen.

    Wann kommt die Mieterhöhung wegen steigender Energiekosten?

    Wegen der geplanten Gasumlage, die ab Oktober kommen soll, und zahlreichen Preiserhöhungen durch Gasversorger sowie den gestiegenen Preisen für andere Brennstoffe wie Heizöl können die Vermieter aber nicht einfach die Warmmiete erhöhen. Der monatliche Abschlag für die Nebenkosten kann rein rechtlich gesehen erst nach der Jahresabrechnung für 2022 erhöht werden, die meist im darauffolgenden Frühjahr oder Sommer gemacht wird.

    So lange müssen Mieterinnen und Mieter eine Erhöhung aus diesem Grund nicht akzeptieren, es sei denn, sie rechnen wie die Hauseigentümer selbst direkt mit dem Energieversorger ab, wie das beim Strom in der Regel der Fall ist.

    Hohe Nachzahlung und teurere Vorauszahlungen kommen 2023 auf einen Schlag

    Die Vermieter müssen hier also erst einmal in Vorleistung gehen, was auch für sie teuer werden kann, vor allem, wenn es um mehrere Objekte geht. Bei sehr vielen Wohnungen wie von Genossenschaften und Immobiliengesellschaften drohen sogar ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten bis hin zur Insolvenz.

    Das teurere Gas und Heizöl wird bis zur nächsten Jahresabrechnung vom Vermieter vorgestreckt und muss dann auf einen Schlag von den Mietern abgelöst werden für das vorangegangene Jahr. Hinzukommen die deutlich höheren Monatsabschläge, in denen sich die Preiserhöhungen des laufenden Jahres widerspiegeln und für die Folgezeit. So rechnet der Chef des Energiekonzerns Eon, Leonhard Birnbaum, inzwischen mit dauerhaft hohen Energiepreisen. Die sogenannte zweite Miete, wie die Nebenkosten gern genannt werden, war auch in der Vergangenheit häufig schon ein wesentlich größerer Preistreiber als die Nettokaltmiete.

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