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Haslocher Gießerei Eisenguss stellt Insolvenzantrag | BR24

© (c) dpa

Innenaufnahme aus einer Gießerei (Symbolbild)

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    Haslocher Gießerei Eisenguss stellt Insolvenzantrag

    Die Gießerei Eisenguss Hasloch steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Überraschend hat sie einen Insolvenzantrag gestellt. Für das Unternehmen gibt es jedoch Hoffnung. Voraussichtlich können die Öfen schon bald wieder in Betrieb gehen.

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    Die finanziellen Nöte seien nicht von der Hand zu weisen, noch seien alle Beteiligten aber hoffnungsvoll. Die Gießerei Eisenguss Hasloch (EGH) im Landkreis Main-Spessart hat überraschend einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass nächste Woche wieder die Schmelzöfen anlaufen", sagt der externe Sanierungsexperte und Rechtsanwalt Sebastian Braun. Auslöser für die aktuelle Schieflage war der erhebliche Umsatzeinbruch im letzten Jahr. Das Unternehmen konnte die Löhne nicht mehr aus eigener Kraft auszahlen.

    Mitarbeiter bekommen Insolvenzgeld

    Man sei bemüht, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass wieder der Materialfluss läuft, sagt Braun. Er begleitet das Unternehmen. Die Löhne und Gehälter der 90 Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich März gesichert. Ein neuer Vertriebsleiter führe bereits Gespräche mit Großkunden, um neue Aufträge an Land zu ziehen.

    IG Metall-Vertreter sind optimistisch

    Ziel des Insolvenzverfahrens sei es, eine Stilllegung zu vermeiden und das Unternehmen in Hasloch nach einem Insolvenzplan zu sanieren, so Braun. "Die Arbeitnehmer sind positiv eingestellt“, sagt auch Betriebsratsvorsitzende Alexandra Klett. Für die IG Metall sei es erste Priorität gewesen, dass für die Belegschaft das Insolvenzgeld vorfinanziert ist. Man werde alle Bemühungen unterstützen, den Standort und die Beschäftigung zu sichern, sagt die IG-Metall-Vertreterin Sabine Witte aus Würzburg.

    Gießerei ist auf Getriebe für Windräder spezialisiert

    Bei dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung leitet nach wie vor der bisherige Geschäftsführer das Unternehmen, es steht ihm jedoch ein Sachwalter zur Seite. Generell kämpft die Gießereibranche derzeit wegen der Einbußen im Anlagenbau und der Automobilbranche. Der Haslocher Eisenguss hat zudem Probleme, weil er sich auf die Herstellung von Getrieben für Windkraftanlagen spezialisiert hat. Diese werden derzeit jedoch kaum nachgefragt.

    Erst 2015 hatte das Maschinenbau-Unternehmen Kurtz-Ersa 10 Millionen Euro in die Haslocher Gießerei investiert. 2018 verkaufte Kurtz-Ersa allerdings den Geschäftsbetrieb der Gießerei an die Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH. Kurtz Ersa besitzt jedoch nach wie vor die EGH-Immobilie.

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