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Hartes Ringen um Stellenabbau bei Bosch in Bamberg angekündigt | BR24

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Der Automobilzulieferer Bosch in Bamberg versucht wegen der schlechten Auftragslage für Diesel-Zulieferer Personal zu reduzieren. Die Maßnahmen-Palette dafür ist vielfältig - und stößt bereits mit Ankündigung auf Widerstand des Betriebsrats.

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Hartes Ringen um Stellenabbau bei Bosch in Bamberg angekündigt

Der Automobilzulieferer Bosch in Bamberg versucht wegen der schlechten Auftragslage für Diesel-Zulieferer Personal zu reduzieren. Die Maßnahmen-Palette dafür ist vielfältig - und stößt bereits mit der Ankündigung auf Widerstand des Betriebsrats.

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Der Bosch-Betriebsratsvorsitzende in Bamberg, Mario Gutmann, hat einen Arbeitskampf angekündigt, sollte es in den Verhandlungen um den Stellenabbau und die Standortsicherheit bis Oktober keine Lösung geben. Das sagte er heute gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Bosch-Vorstand kündigt an, "Personal spürbar zu reduzieren"

Der Automobilzulieferer versucht am Standort Bamberg wegen der schlechten Auftragslage für Diesel-Zulieferer sein Personal spürbar zu reduzieren. Dafür sollen verschiedene Maßnahmen angewendet werden. Laut Bosch-Vorstandschefs Volkmar Denner soll der Stellenabbau sozialverträglich geschehen. In Bamberg arbeiten insgesamt 7.400 Beschäftigte, viele davon im Dieselbereich.

Das Angebot von Arbeitnehmerseite: eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von zwei Stunden auf 33 Wochenstunden ab Januar 2020. Im Gegenzug verlange man die Standortsicherheit für Bamberg bis 2025, die jährliche Übernahme der Auszubildenden und keine weiteren Stellenverluste außer durch das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern.

Betriebsrat fordert auch Förderung "alternativer Antriebsmethoden"

Momentan befinde man sich in Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite. Gebe es bis Oktober keine Einigung, drohe ein schmutziger und dreckiger Arbeitskampf, so der Betriebsratsvorsitzende Gutmann. Die Politik müsse endlich davon abrücken, einseitig die E-Mobilität zu fördern und stattdessen auch andere alternative Antriebsmethoden unterstützen, so Gutmann weiter. Durch verschiedene Maßnahmen fange man in Bamberg die schlechte Lage momentan noch ab, doch irgendwann seien zum Beispiel auch Überstundenkonten aufgebraucht.

"Neben der Möglichkeit Vorruhestandsregelungen in Anspruch zu nehmen oder Altersteilzeit zu beantragen, können Mitarbeiter auch von einem freiwilligen Aufhebungsvertragsprogramm Gebrauch machen." Bosch-Sprecherin Ulrike Kümmel

Derzeit biete Bosch Bamberg 300 Aufhebungsverträge an. Wie viele Mitarbeiter dieses Angebot nutzen wollten, sei noch unklar. Zudem werden durch Fluktuation frei werdende Arbeitsplätze nicht wieder besetzt. Ein weiteres Mittel, um die weniger werdende Arbeit zu kompensieren, ist der sogenannte tarifliche T-Zug. Er wurde mit dem Tarifvertragsabschluss der IG Metall im vergangenen Sommer eingeführt und ermöglicht Arbeitnehmern wie Schichtarbeitern oder Mitarbeitern mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, statt tariflichem Geldbonus acht Tage frei zu nehmen.

Mit dem Betriebsrat sei bei Bosch vereinbart worden, dieses Angebot auch auf alle anderen Mitarbeiter auszuweiten. Insgesamt nähmen nun rund zwei Drittel aller Mitarbeiter in Bamberg diese Regelung in Anspruch, so die zuständige Bosch-Sprecherin Ulrike Kümmel.

Bei Bosch in Bamberg arbeiten insgesamt 7.400 Beschäftigte, viele davon im Dieselbereich.