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Handwerksverbände fordern Ende der Maskenpflicht | BR24

© pa/dpa/Yousef Masoud

Handwerksverbände fordern Ende der Maskenpflicht

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    Handwerksverbände fordern Ende der Maskenpflicht

    Die bayerischen Handwerksverbände setzten sich zunehmend gegen die Maskenpflicht für ihre Beschäftigten zur Wehr - vor allem da, wo im Verkauf über die Theke gearbeitet wird, also bei Bäckern und Metzgern. Der Druck auf die Politik wächst.

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    Der Bayerische Bäcker- und auch der Metzgerverband fordern, die Maskenpflicht im Verkauf abzuschaffen. Denn die Corona-Masken sei für viele Handwerker eine Zumutung: Metzgermeister Steffen Schütze aus Freising zum Beispiel trägt seinen Mund-Nasenschutz acht Stunden täglich. Doch die Maske behindere seine Sicht auf die Ware, das Sprechen und Atmen falle ihm deutlich schwerer. Eine seiner Mitarbeiterinnen hatte letzte Woche einen Kreislaufzusammenbruch, sagt er.

    Mit Maske: Atemnot und Schwindel

    Über 80 Prozent der Metzgerei-Beschäftigten fühlten sich durch die Maske zum Teil erheblich behindert. Das ergab eine Umfrage des Bayerischen Landesinnungsverbandes Anfang Mai. Atemnot, Schwindel, Konzentrationsschwächen und Ausschläge werden dabei als Folgen des Maskentragens genannt.

    Die Betriebe trügen die Maskenpflicht mit, weil sie vorgeschrieben sei, erklärt dazu der Geschäftsführer des Verbandes Lars Bubnik. Aber jeden Tag meldeten sich Betroffene bei ihm mit der Bitte: Ändert was! "Man muss hier kurz- und mittelfristig andere Lösungen finden", so Bubnik.

    Mehr Krankschreibungen

    Auch bei den Bäckern wächst der Unmut. Hier ist es hinter den Theken zudem oft heiß, weil in den Verkaufsräumen gebacken wird. Und wie die Metzger müssen die Bäckereiverkäufer gegen die eigene Maske und den Plexiglasschutz anschreien - allerdings nicht für ein paar Minuten wie der Kunde, sondern stundenlang. Die Folge: größere Erschöpfung, rauer Hals und Kopfschmerzen.

    Das schlägt sich auch in der Krankenstatistik nieder: Seit Einführung der Maskenpflicht hat sich die Zahl der Krankschreibungen deutlich erhöht, so der Bayerische Bäckerverband.

    Forderung: Maskenpflicht abschaffen

    Bäcker- wie Metzgerverband fordern deshalb, an der Maskenpflicht im Verkauf zu rütteln. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stufe die Übertragung des Coronavirus durch Lebensmittel als "unwahrscheinlich" ein.

    Es gebe ja die nötigen Abstände, den Spuckschutz aus Plexiglas und der Kunde trage eine Maske, sagt der stellvertretende Landesinnungsmeister des bayerischen Bäckereihandwerks, Heinrich Traublinger. Und nicht zuletzt stehe am Nachmittag oft nur eine Mitarbeiterin hinter der Theke. Seiner Meinung nach "könnte man die Maskenpflicht hier auf alle Fälle abschaffen."

    Mögliche Alternative: Gesichtsvisiere

    Bisher setzen sich die bayerischen Verbände nicht nur vergeblich für die Abschaffung, sondern auch für Alternativen zur Maske ein. Gesichtsvisiere aus Plexiglas in verschiedenen Ausfertigungen, sogenannte Faceshields, sind in anderen Bundesländern zum Teil zulässig.

    Auf Anfrage des BR lässt das Bayerische Wirtschaftsministerium durchblicken, dass die Maskenpflicht bald fallen könnte, wenn das Infektionsgeschehen sich weiter so positiv entwickle. Auch das Wirtschaftsministerium sieht in Gesichtsvisieren eine Alternative.

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