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Handelsverband warnt vor 50.000 Insolvenzen in Deutschland | BR24

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Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland (HDE), sieht 50.000 Händler von der Insolvenz bedroht.

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Handelsverband warnt vor 50.000 Insolvenzen in Deutschland

Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet, dass 50.000 Geschäfte den Lockdown nicht überstehen werden – auch, weil die eigentlich angekündigten Wirtschaftshilfen nicht ankommen.

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Von
  • Stefan Kreutzer
  • Iris Härdle

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sprach im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 von einer dramatischen Situation, gerade in den Innenstädten im Textil- und Modebereich. "Wir bringen ein Sonderopfer mit der Schließung der Läden für viele andere Bereiche, und das muss entschädigt werden", sagte Genth.

Er warnte vor einer großen Pleitewelle. 50.000 Unternehmen könnten betroffen sein.

"Wenn die Wirtschafshilfen nicht passgenau da ankommen, wo sie hingehören, nämlich auch in den mittelständischen Modehandel, dann haben wir Insolvenzen vor uns, auch von Geschäften, die bisher sehr eigenkapitalstark waren." Stefan Genth, Handelsverband Deutschland

Alternative Vertriebswege reichen nicht aus

Viele Unternehmen hätten durchaus aus dem ersten Lockdown im Frühjahr gelernt und sich vorbereitet, etwa mit Online-Angeboten, betonte Genth.

Wörtlich sagte er: "80 Prozent der Unternehmen, die jetzt geschlossen sind, bieten alternative Vertriebswege an, verkaufen über das Internet, machen "Click und Collect" oder Lieferservice-Angebote. Das rettet aber nicht die Situation bei einer vollständigen Ladenschließung, die wir jetzt haben."

"Ungleicher Maßstab für Handel und Gastronomie"

Von der Politik fordert Genth mehr Unterstützung mit weniger Bürokratie. Das Problem sei, dass die Zugangsvoraussetzungen für den Einzelhandel nicht passen, so Genth.

"Der Handel bekommt nur einen Bruchteil seiner Fixkosten, wie Mietkosten, ersetzt, während beispielsweise die Gastronomie den Umsatzausfall entschädigt bekommt. Hier wird mit einem ungleichem Maßstab gehandelt, was nicht gerichtsfest sein wird." Stefan Genth

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