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Haftungsrisiko bei Firmeninsolvenzen | BR24

© BR / adpic, M. Baumann

Fachleute rechnen bald mit einer hohen Zahl von Pleiten, denn ab 01.10. müssen zahlungsunfähige Unternehmen wieder einen Insolvenzantrag stellen.

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    Haftungsrisiko bei Firmeninsolvenzen

    Trotz Coronakrise und Konjunkturdelle war die Zahl der Firmenpleiten zuletzt rückläufig, denn zum 1. März wurde die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, ausgesetzt. Fachleute befürchten allerdings, dass die Pleitewelle nur aufgeschoben wurde.

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    Von
    • Margit Siller

    Wer Insolvenz verschleppt, haftet

    Für Top-Manager, Geschäftsführer und Unternehmer ist es ein Horrorszenario. Wer einen Insolvenzantrag verschleppt, der wird schadensersatzpflichtig und haftet mit seinem Privatvermögen. Da kommen schnell sehr hohe Summen zusammen, nicht zu vergessen die Prozess- und Anwaltskosten. Der GDV, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, rechnet mit einer Pleitewelle in den kommenden Monaten, und merkt an, dass gerade kleinere Firmen selten über eine Managerhaftpflichtpolice verfügen, die solche Forderungen abwehren oder übernehmen könnte.

    Ab 01. Oktober endet der Aufschub bei Zahlungsunfähigkeit

    Die Rechtslage ist kompliziert. Denn ab dem 1. Oktober müssen zahlungsunfähige Unternehmen binnen drei Wochen die Insolvenz beantragen. Dies trifft viele Betriebe; schon allein, weil sich monatelang Verbindlichkeiten aufaddiert haben, die nun zu berücksichtigen sind. Noch etwas Aufschub bis zum Jahreswechsel bekommen überschuldete Unternehmen. Die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, gilt bei Überschuldung erst wieder ab dem 1. Januar 2021.