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Große Ölförderländer einigen sich auf Senkung der Produktion | BR24

© Ali Haider/dpa

Die vereinbarte Kürzung der Öl-Produktion soll zunächst für Mai und Juni gelten. Danach soll die Fördermenge weiter reduziert werden.

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    Große Ölförderländer einigen sich auf Senkung der Produktion

    Bilaterale Spannungen und Corona drücken auf den Ölpreis. Die Allianz der Ölexporteure, Opec plus, hat sich deshalb auf die Reduzierung der globalen Ölfördermenge verständigt - doch die Umsetzung hängt noch an der Zustimmung eines Landes.

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    Um den aktuellen Verfall des Ölpreises zu stoppen, haben sich fast alle der weltweit größten Förderländer auf eine drastische Senkung der Produktion verständigt. Das teilten die Organisation Erdöl exportierender Länder und ihre Kooperationspartner (Opec plus) am frühen Freitagmorgen mit. Der Entscheidung waren stundenlange Verhandlungen per Videokonferenz vorausgegangen. Damit die Entscheidung in Kraft treten kann, muss aber Mexiko noch zustimmen - was das Land bisher ablehnt.

    Die Produktion soll nach dem Willen der Organisation im Mai und Juni um zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurückgefahren werden - was rund zehn Prozent der weltweiten Produktion entspricht. Danach solle die tägliche Fördermenge bis Ende April 2022 schrittweise angepasst werden.

    Coronavirus und Preiskrieg belasten Ölpreis

    Die Opec-plus-Runde, zu der auch Russland, Kasachstan, Mexiko und der Oman gehören, steht unter Druck, weil der Ölpreis zuletzt dramatisch abgestürzt ist. Gründe dafür sind die Ausbreitung des Coronavirus sowie ein Preiskrieg der beiden Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland. Anfang März hatten sich die beiden Länder bei Verhandlungen nicht auf eine weitere gemeinsame Strategie einigen können.

    Bereits am Donnerstag hatte Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo erklärt, dass die Organisation für das Jahr 2020 von einem Nachfrage-Rückgang beim Rohöl um 6,8 Millionen Barrel pro Tag ausgehe. Im zweiten Quartal dürfte der Rückgang laut Barkindo sogar rund zwölf Millionen Barrel betragen. "Das sind atemberaubende Zahlen. Beispiellos in der Neuzeit", so Barkindo.

    Opec plus erhofft sich Unterstützung der G20-Energieminister

    Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag Mitte Februar noch bei fast 60 US-Dollar - am 1. April kostete das Fass dann nur noch rund 25 Dollar. Am Donnerstag stieg der Brent-Preis zeitweise auf rund 33 Dollar, sank aber während des Opec-plus-Meetings wieder.

    Am Freitag Morgen soll eine Telefonkonferenz der G20-Energieminister stattfinden, bei denen sich die Mitglieder der Opec plus, Experten zufolge, Unterstützung suchen wollen - damit diese Länder ihre Produktion ebenfalls drosseln. Insbesondere die Beteiligung der USA ist für die Opec plus von Bedeutung.

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