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Grippeimpfung durch Apotheken ärgert Ärzte

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Grippeimpfung in bayerischen Apotheken wird zum Ärgernis

Auch in Bayern ist jetzt ein Modellprojekt gestartet, bei dem Patienten sich in Apotheken gegen Grippe impfen lassen können. Allerdings gibt es berufspolitischen Streit um das Thema. Viele Ärzteverbände wollen das Impfen in ärztlicher Hand behalten.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Zunächst sind es nur rund 30 Apotheken im Bezirk Oberpfalz, die am Modellprojekt zur Grippe-Impfung teilnehmen. Und es sind nur Versicherte der AOK, die dort eine Impfung erhalten können, denn die AOK Bayern ist bei dem Projekt exklusiver Vertragspartner des Apothekerverbandes. Der Verband macht auch noch keine große Werbung für das Projekt, denn Grippe-Impfstoff ist derzeit knapp.

Apotheker nennen Hoffnung auf steigende Impfquoten als Motiv

Doch mittel- und langfristig hofft der Berufsverband, dass die Impfquoten deutlich steigen, wenn auch Apotheken Grippe-Impfungen anbieten. Bei Risikogruppen, wie etwa den Über-60-Jährigen, streben Fachleute eine Impfquote von 75 Prozent an – tatsächlich gehört Bayern mit einer Quote von unter 30 Prozent bundesweit zu den Schlusslichtern. In Apotheken seien Patienten leichter zu erreichen, als wenn sie einen Termin in der Arztpraxis ausmachen müssen, argumentiert der Apothekerverband.

Ärzte bezweifeln Eignung und kritisieren Honorierung

Das sehen Ärzteverbände allerdings anders. Sie warnen, dass Apotheker nicht angemessen reagieren könnten, falls Patienten nach einer Impfung beispielsweise einen Schock erleiden. Das komme zwar sehr selten vor, könne aber nur von Ärzten behandelt werden, heißt es von deren Verbänden. Und Ärzteverbände stören sich daran, dass Apotheker ihren Aufwand für die neue Leistung mit einem höheren Honorar vergütet bekommen sollen als es Ärzte erhalten.