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Greenstyle abgesagt - Corona-Absage trifft kleine Messen hart | BR24

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Auch kleinere Veranstaltungen sollen wegen Corona abgesagt werden. Konkrete Verbote wurden aber nicht ausgesprochen, weswegen sich Organisatoren, wie die der Greenstyle in München, allein gelassen fühlen.

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Greenstyle abgesagt - Corona-Absage trifft kleine Messen hart

Auch kleinere Veranstaltungen sollten in Bayern bis zum 19. April möglichst nicht stattfinden. Doch die Verantwortung dafür liegt bei den Unternehmen. Die fühlen sich so vom Staat alleine gelassen – etwa die Greenstyle, eine kleine Modemesse.

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Bis zum 19. April sollen in Bayern keine Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen stattfinden. Damit will der Freistaat verhindern, dass sich das Coronavirus schnell ausbreitet. Auch kleinere Veranstaltungen sollten bestenfalls abgesagt werden. Konkrete Verbote wurden aber nicht ausgesprochen, deswegen fühlen sich kleine Veranstalter allein gelassen. Etwa die Greenstyle, eine Alternativmode-Messe, die dieses Wochenende in München hätte stattfinden sollen.

Das Isarforum an der Spitze des Deutschen Museums in München hätte gut gepasst zur Greenstyle, der "Messe und Konferenz für faire und nachhaltige Mode." Im Deutschen Museum werden technische Errungenschaften ausgestellt. Erfindungen, die die Welt einfacher oder besser gemacht haben.

Klare Ansagen und Verbote fehlen

Ein Stück weit wollte Mirjam Smend das mit ihrer Messe Greenstyle auch – doch es kam anders. "Unsere Situation ist tatsächlich etwas skurril", sagt sie. Sie habe zwar nach wie vor eine Genehmigung nach der Risikobewertung von der Stadt, die Messe und Konferenz stattfinden zu lassen. "Aber wir können die Veranstaltung eigentlich nicht machen, aus ethischen Gründen."

Bisher hat der Freistaat offiziell alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen untersagt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Für kleine Events gab es bis Freitagvormittag kein solches Verbot, sondern nur eine Empfehlung, dass sie nicht stattfinden sollten. "Uns hat man einfach gesagt, die Verantwortung liegt bei uns als Unternehmer", erzählt Mirjam Smend in München. "Sie können uns kein Verbot erteilen."

Frage der Haftbarkeit

Das KVR teilte auf BR-Anfrage mit, dass es die Vorgaben des Freistaats vollzieht. Die Stadt München hat in einer Mitteilung bekannt gegeben, dass sie nun auch Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern absagen wird, wie von Bayerns Ministerpräsident Söder angekündigt.

Was die Absage der Greenstyle für die Veranstalter konkret bedeutet, können sie nach eigener Aussage noch nicht abschätzen. Im Raum steht, ob sie Förder- und Sponsorengelder zurückzahlen müssen. Darüber hinaus fehlen Einnahmen und Dienstleister – Messebauer, Caterer, usw. – wollen auch bezahlt werden.

Geplant war, dass rund 50 internationale, kleine Labels von Freitagnachmittag bis Sonntagabend ihre Ideen für eine nachhaltige und faire Mode vorstellen. Experten aus der Branche wollten darüber hinaus Ansätze diskutieren, wie die Modeindustrie klimafreundlicher werden könnte.

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