BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa Bildfunk

Bei der Bremer Greensill Bank sind nach dem Moratorium durch die Finanzaufsicht BaFin noch viele Fragen offen. Geschäftskunden und Kommunen drohen Verluste. Kritik kommt von den Grünen.

11
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Greensill-Bank - auch Kommunen vom Skandal betroffen

Bei der Bremer Greensill Bank sind nach dem Moratorium durch die Finanzaufsicht BaFin noch viele Fragen offen. Geschäftskunden und Kommunen drohen Verluste. Kritik kommt von den Grünen.

11
Per Mail sharen
Von
  • Felix Lincke
  • Gabriel Wirth

Die Finanzaufsicht prüft nach der Schließung der Bank nun, ob genügend Mittel vorhanden sind, um den Sparern ihre Einlagen zurück zu zahlen. Privatanleger sollen ihr Geld notfalls von der Einlagensicherung bekommen. Bei Geschäftskunden und Kommunen sieht es anders aus.

Geduld erforderlich

Einen Kassensturz gibt es bei der Greensill Bank noch lange nicht. Es gibt nur Schätzungen, wie groß der Schaden durch den Zusammenbruch des Mutterkonzerns Greensill Capital sein könnte, der die deutsche Tochterbank in Bremen mit in den Abgrund riss. Investmentfonds im Wert von mehr als 10 Milliarden Euro werden aufgelöst, bei denen internationale Anleger nur einen Bruchteil zurückbekommen. In Deutschland trifft es Spareinlagen von Privatanlegern im Wert von etwa einer Milliarde Euro, die aber vollständig geschützt sind durch die Einlagensicherung.

Womöglich Milliarden verloren

Weitere Einlagen von drei Milliarden Euro, die institutionellen Anlegern wie anderen Banken oder auch Kommunen gehören, können nur teilweise erstattet werden. In Finanzkreisen schätzt man, dass etwa 500 Millionen Euro dieser Profianleger ungeschützt sind. Bekanntester Fall ist die Stadt Monheim am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Sie wird nach eigenen Angaben 38 Millionen Euro bei Greensill verlieren, weil sie ihre eigenen Regeln zur sicheren Geldanlage nicht befolgt habe. Etwa 50 weitere Kommunen sollen ebenfalls betroffen sein. Auch Osnabrück fürchtet um 14 Millionen Euro. Die Stadt habe im November 11,5 Millionen Euro aufgrund des guten Ratings bei Greensill angelegt, sagte der Finanzvorstand der Stadt, Thomas Fillep. Außerdem gab es zwei weitere kleinere Geldanlagen.

Grüne kritisieren BaFin

Gerade sei die Finanzaufsicht nach dem Wirecard-Skandal dabei, die Scherben zusammenzukehren, da komme der nächste Skandal - und wieder mache die Bafin keine gute Figur, meinte die Finanzpolitikerin der Grünen, Lisa Paus in Berlin. Damit reihe sich der Fall der Greensill Bank nahtlos in die lange Liste der Aufsichtsversagen der letzten Jahre ein. Der Bankenverband BdB, der private Institute vertritt, hatte nach eigenen Angaben bereits Anfang 2020 erste Meldungen an die Bafin gegeben. Erst vor einigen Wochen dann schickte die Bafin einen Sonderbeauftragten zur Bank. Die Grünen haben den Fall auf die Tagesordnung des Finanzausschusses gesetzt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!