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Glyphosat-Urteil: Bayer muss zwei Milliarden US-Dollar zahlen | BR24

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Bayer muss zwei Milliarden US-Dollar zahlen

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Glyphosat-Urteil: Bayer muss zwei Milliarden US-Dollar zahlen

Eine Geschworenen-Jury in Kalifornien verurteilte den Pharmakonzern zu 2 Milliarden US-Dollar Schadensersatzzahlungen. Ein Ehepaar hatte den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat für ihre Krebserkrankungen verantwortlich gemacht.

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Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen am Montag zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt über zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) an die beiden Kläger. Der größte Teil davon entfällt auf sogenannten Straf-Schadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt.

Geklagt hatte ein Rentnerehepaar, dass Monsantos Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat für seine Krebserkrankungen verantwortlich macht. Während des Ende März begonnenen Prozesses hatte die Anklage immer wieder versucht, die Geschworenen nicht nur davon zu überzeugen, dass Monsantos Produkte Krebs verursachen, sondern auch dass etwa mit manipulierten Studien Risiken verschleiert wurden. Die Anwälte der Kläger sprachen von einem "historischen" Strafmaß.

Für Bayer ist der Fall hochbrisant: Es ist bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate und weitere Prozesse werden folgen. Zuletzt war der Konzern in den USA nach eigenen Angaben mit rund 13.400 Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert.

Bayer will in Berufung gehen

Bayer hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt. Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück. Auch gegen diese dritte Entscheidung will das Unternehmen Berufung einlegen.

In einer schriftlichen Stellungnahme schrieb das Unternehmen, "Der Kontrast zwischen dem heutigen Urteil und der Schlussfolgerung der EPA, dass es keine Risiken für die öffentliche Gesundheit durch die derzeit zugelassene Verwendung von Glyphosat' gibt, könnte nicht stärker sein."

Weiterhin schrieb Bayer, "Nach Auffassung der EPA sowie weiterer führender Regulierungsbehörden sind glyphosatbasierte Produkte bei sachgerechter Anwendung sicher und Glyphosat ist nicht krebserregend. Diese Einschätzungen basieren auf Erkenntnissen aus 40 Jahren umfangreicher wissenschaftlicher Forschung."