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Bayer will über Glyphosat-Rechtsrisiken informieren
© picture alliance / Sven Simon
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Bayer will über Glyphosat-Rechtsrisiken informieren

Der Unmut bei Aktionärsschützern und Fondsgesellschaften wächst. Heute will sich der Bayer-Vorstand in Leverkusen deshalb gegenüber Analysten zu möglichen Rechtsrisiken mit Glyphosat äußern. Ein Urteil aus Kalifornien sorgt für Kopfzerbrechen.

Ein Geschworenengericht in Kalifornien hatte Monsanto am 10. August dazu verurteilt, einem an Krebs erkrankten Mann Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen Dollar zu zahlen. Es handelte sich um den ersten Prozess in den USA, der sich mit der Frage befasste, ob Glyphosat Krebs verursachen kann.

Rechts- und Reputationsrisiken

Das Urteil sorgt für Unruhe - etwa bei den großen Fondgesellschaften, die wie Union Investment, Deka und DWS Millionen Aktionäre vertreten. Sie durften, genau wie jeder einzelne Bayer-Aktionär, auf der Hauptversammlung nicht über die Monsanto-Übernahme mit entscheiden. Viele verwiesen zwar auf mögliche Rechts- und Reputationsrisiken, aber sie hätten die Übernahme nicht verhindern können. Sie wollten es wohl auch gar nicht, galt der Deal doch als wichtiger Meilenstein für Bayer.

Urteil könnte Klagewelle auslösen

Jetzt stellt sich die Frage, welche Informationen der Bayer-Vorstand im Vorfeld hatte – und ob das Management die schon damals bekannten Klagen "auf die leichte Schulter“ genommen hat, wie es bei der Deka heißt. Das Urteil aus Kalifornien habe Signalwirkung und könnte eine weitere Klagewelle auslösen.

Aktionäre könnten sich von Bayer abwenden

Bei der Union Investment sieht man das Risiko, dass sich vor allem nachhaltig orientierte Investoren von Bayer abwenden. Es wäre nicht das erste Mal, dass die juristischen Altlasten eines US-Unternehmens einem deutschen Konzern zum Verhängnis werden.