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Bildrechte: Alexander Heinl/dpa

In Myanmar gehen die Unruhen nach dem Militärputsch weiter. Bisher belieferte der Banknotenhersteller Giesecke+Devrient das Land. Nun stoppt er das Geschäft. Zahlreiche Menschen demonstrierten in den vergangenen Tage vor der Firmenzentrale.

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Giesecke+Devrient: Rückzug aus Myanmar nach Militärgewalt

In Myanmar gehen die Unruhen nach dem Militärputsch weiter. Bisher belieferte der Banknotenhersteller Giesecke+Devrient das Land. Nun stoppt er das Geschäft. Zahlreiche Menschen demonstrierten in den vergangenen Tagen vor der Münchner Zentrale.

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Von
  • Gabriel Wirth
  • Leonie Thim

Jeden Tag gehen hunderte Menschen in Myanmar auf die Straße für die Demokratiebewegung. Sie hoffen, dass die Einnahmequellen des Militär versiegen. Bisher kam aber immer wieder frisches Geld aus München: Der Technologiekonzern Giesecke+Devrient lieferte bisher Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für die Herstellung von Banknoten in das Land. Diese Lieferungen werden nun gestoppt.

Aufträge aus Myanmar werden nicht mehr angenommen

Denn auch bei Giesecke+Devrient verfolgt man die Entwicklung in Myanmar mit großer Sorge. Man mache nur Geschäfte mit Ländern, die von der Weltgemeinschaft anerkannt seien, erklärte Vorstandschef Ralf Wintergerst auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens. "Die Gewaltexzesse waren einfach zu viel", sagte er. "Nach wirklich sehr intensiver Prüfung haben wir in zwei Schritten entschieden. Der erste Punkt war, keine weiteren Aufträge mehr anzunehmen und nur noch bestehende abzuarbeiten, und dann mussten auch rechtliche Fragen beantwortet werden."

Die Opposition in Myanmar hofft, dass die Militärjunta jetzt kein Geld mehr drucken kann und finanziell austrocknet. Die Frage, ob das klappt, ließ Wintergerst unbeantwortet. Da müsse man die Notenbank vor Ort fragen, erklärte er. In den vergangenen Tagen demonstrierten zahlreiche Menschen vor der Münchner Zentrale.

Geschäftszahlen geraten in den Hintergrund

Die Geschäftszahlen des Herstellers von Banknoten gerieten nach dieser Entscheidung fast in den Hintergrund. Giesecke+Devrient hat bei einem stagnierenden Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro sein operatives Ergebnis zwar steigern können, auf 153 Millionen Euro. Der Überschuss hat sich allerdings nahezu halbiert auf 43 Millionen Euro.

Für dieses Geschäftsjahr plant der Vorstand, das Umsatz- und Ergebnisniveau des Berichtsjahres annähernd halten zu können.

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