Frau beim Einkaufen, auf der Einkaufstüte steht Kauflust
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GfK: Bessere Stimmung - aber Kaufzurückhaltung bleibt

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich zwar weiter aufgehellt, die Neigung zu größeren Anschaffungen ist aber rückläufig. Zu diesem zweischneidigen Ergebnis kommt die Januar-Studie des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK.

Die aktuelle GfK-Konsumklima-Studie zeichnet kein einheitliches Bild. Demnach hat sich die Stimmung der Verbraucher zwar weiter aufgehellt - sie rechnen insgesamt gesehen mit besseren Einkommen und Konjunkturaussichten. Doch die Neigung zu größeren Anschaffungen ist trotzdem rückläufig.

Angst vor Rezession lässt nach

Auf der positiven Seite sorgen die weniger stark steigenden Preise für Energie und die nicht ganz so schlechten Konjunkturaussichten für Hoffnung bei den Konsumenten. So dürften auch die Entlastungspakete der Bundesregierung zur Dämpfung der Energiekosten die Stimmung gestützt haben. Zudem gewinnen die Konsumenten offenbar zunehmend den Eindruck, dass die Rezession, in die die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung vieler Experten in diesem Jahr rutschen soll, weniger scharf ausfallen wird, als noch vor einigen Wochen befürchtet oder vielleicht sogar ganz vermieden werden kann, urteilen die GfK-Marktforscher. Die Konjunkturerwartung habe fast wieder ihren durchschnittlichen Mittelwert erreicht. Ein besserer Wert als aktuell sei zuletzt vor Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 gemessen worden.

Bessere Stimmung schafft keine Konsumlaune

Die Anschaffungsneigung könne von dieser positiveren Stimmung allerdings nicht profitieren, kommentiert GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl die aktuelle Situation. Bürkl stellt ein Auf-und-Ab fest. Während sich die Kauflaune im Dezember verbessert hatte, habe dieser Indikator seine Zugewinne aus dem Vormonat im Januar wieder komplett eingebüßt. Nach wie vor ist die Verunsicherung angesichts der multiplen Krisen wie Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation sehr ausgeprägt.

GfK-Studie: Immer noch viel Verunsicherung

Ein wesentlicher Teil dieser Verunsicherung rühre von der Tatsache her, dass viele Haushalte in den kommenden Monaten deutlich höhere Beträge für ihre Heizkostenabrechnung erwarten. Hierfür legten sie bereits jetzt Geld auf die Seite. Dies fehle natürlich im Moment für andere Ausgaben, erklärt Bürkl. "Der private Konsum wird in diesem Jahr keinen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten können", prognostiziert der Konsumforscher.

Vorsichtiger Optimismus

Immerhin gibt es einen leichten und stetigen Aufwärtstrend: "Mit dem vierten Anstieg in Folge festigt sich der positive Trend des Konsumklimas. Auch wenn das Niveau noch sehr niedrig ist, hat der Pessimismus zuletzt doch nachgelassen", lautet Bürkls Fazit.

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GfK-Konsumklima-Index Mai: Kauflaune der Deutschen ist gut

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