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Gewerkschaftstag: Metaller sorgen sich um ihre Jobs | BR24

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Die IG Metall lädt alle vier Jahre zu ihrem Gewerkschaftstag. Diese Mal ist die Stimmung getrübt: Im Maschinenbau gibt es durch die Digitalisierung und die Elektromobilität einen tiefgreifenden Wandel. Viele Gewerkschafter sorgen sich um ihre Jobs.

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Gewerkschaftstag: Metaller sorgen sich um ihre Jobs

Fast eine Woche tagt die IG Metall in Nürnberg. Auf dem Programm stehen rund 800 Anträge. Beherrschendes Thema ist der Klimaschutz und der damit verbundene Wandel in der Metallindustrie - und die Sicherung von Arbeitsplätzen.

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Der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Energie- und Mobilitätswende ist das beherrschende Thema: Die IG Metall bespricht bis kommenden Samstag in Nürnberg ihr Arbeitsprogramm für die kommenden vier Jahre. 483 Delegierte sollen fast 800 Anträge beraten und einen neuen Vorstand wählen. Der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann und seine Stellvertreterin Christiane Benner treten am Dienstag mit einer unveränderten Mannschaft zur Wiederwahl an.

Kanzlerin Angela Merkel wird am Donnerstag erwartet

Mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) - selbst Gewerkschaftsmitglied - nahm ein wichtiger Bundespolitiker an der Eröffnung teil. Von ihm erwartet Deutschlands größte und mächtigste Gewerkschaft mit mehr als 2,2 Millionen Mitgliedern eine Ausweitung des Kurzarbeitergelds. Diese Lohnersatzleistung aus den Kassen der Arbeitslosenversicherung soll dazu genutzt werden, Metallbeschäftigte für die veränderten Anforderungen fit zu machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag im Nürnberger Kongress-Zentrum erwartet.

Digitalisierung und Klimaschutz: Branche "mitten in gewaltigen Umbrüchen"

Nach Einschätzung von Gewerkschaftschef Hofmann stecken die Kernbranchen der IG Metall wie Fahrzeug- und Maschinenbau mitten in gewaltigen Umbrüchen, getrieben von der Digitalisierung und der Umstellung auf klimafreundlichere Antriebe. Den Staat sieht Hofmann in einer besonderen Verantwortung, dass es dabei gerecht zugeht. Auch die Stahlindustrie oder der Energieanlagenbau stecken in der Krise. Ziel der Gewerkschaft sei es, möglichst viele Jobs in Deutschland zu halten und neue Arbeitsplätze dort anzusiedeln, wo alte wegfallen. Zur Mobilitäts- und Energiewende will die Gewerkschaft ein Aktionsprogramm beschließen.

Klare Kante gegen Rechts

Klare Kante gegen Rechts: Mit dieser Botschaft eröffnete die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, den Bundeskongress der IG Metall, mit Verweis auf den Kongressort: Vom roten Nürnberg, in dem die Arbeitnehmer früh schon für ihre Rechte kämpften – zum braunen Nürnberg der Nazizeit. Und Christiane Benner spannte den Bogen zu rechtspopulistischen und nationalistischen Bewegungen heutzutage, die, so Benner, vor den Werkstoren nicht halt machten.

Als die Vorbereitungen für den Gewerkschaftstag vor gut vier Jahren begannen, habe man nicht geahnt, dass man jetzt die AfD ertragen müsse, berichtete Benner. Sie warf der AfD vor, Solidarität und Gerechtigkeit zu bekämpfen. Wörtlich erklärte die IG Metall-Vizin: "Die Feinde der Demokratie werden nicht erst dann aktiv, wenn sie die Mehrheit haben, sondern viel früher." Benner rief die knapp 500 IG Metall-Delegierten auf, den Anfängen zu wehren.

Gleiche Löhne in Ost- und Westdeutschland

Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil appellierte, den Rechten entgegenzutreten und sie zurückzudrängen. Es gebe politische Scharlatane, die aus Ängsten und Sorgen geradezu ein Geschäftsmodell gemacht hätten, warnte Heil. IG-Metall-Vizin Benner warb in ihrer Eröffnungsrede für gleiche Löhne in West- und Ostdeutschland. Auch forderte sie die Einhaltung von Tarifverträgen, denn diese seien ein Beitrag, die Demokratie zu schützen.

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Klare Kante gegen Rechts: Mit dieser Botschaft eröffnete die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, den Bundeskongress der IG Metall.