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Gericht erlaubt Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa | BR24

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Die Flugbegleiter der Lufthansa dürfen am Donnerstag und Freitag streiken. Das Arbeitsgericht Frankfurt lehnte den Lufthansa-Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik der Gewerkschaft UFO ab. Das Unternehmen will in die Berufung gehen.

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Gericht erlaubt Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa

Die Flugbegleiter der Lufthansa dürfen Donnerstag und Freitag streiken. Der Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft UFO scheiterte vor Gericht. Die Airline will in Berufung gehen, plant aber schon den Ausfall von 1.300 Flügen.

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UFO fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem Tarifkonflikt geht es aber auch um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Streit um "Gewerkschaftseigenschaft" von UFO

Das Unternehmen hatte Verhandlungen mit der Gewerkschaft zuletzt abgelehnt, weil diese nach einem internen Streit im Frühjahr den Vorstand wechselte, dieser nach Einschätzung der Lufthansa aber nicht vertretungsberechtigt ist, womit die "Gewerkschaftseigenschaft" von UFO in Frage stehe. In der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main bot die Lufthansa der Gewerkschaft dann Vorverhandlungen zu tariflichen Themen an, die aber erst mit dem neu zu wählenden UFO-Vorstand ab dem 15.2.2020 finalisiert werden könnten.

Das Arbeitsgericht urteilte dazu, die geplanten Streikmaßnahmen seien "nicht offensichtlich rechtswidrig". Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit und "Tariffähigkeit" der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Nach kursorischer Einschätzung seien die Tarifverträge korrekt gekündigt worden und der Streikbeschluss bei UFO gültig. Die jüngsten Veränderungen bei der Gewerkschaft seien allein deren interne Angelegenheit.

Berufung angekündigt

Gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts will die Lufthansa in die Berufung gehen, um den Ausstand doch noch zu verhindern. Als weitere Möglichkeit zur Verhinderung des Streiks könnte Lufthansa auch eine Schlichtung verlangen, was aber letztlich auf eine Anerkennung des Ufo-Vorstands hinausliefe.

Krisengespräch ohne die wichtigsten Teilnehmer?

Für den Mittwochabend hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr die Spitzen der drei konkurrierenden Kabinen-Gewerkschaften zu einem Krisengespräch gebeten. Ob Vertreter von UFO die Einladung annehmen werden, ließ die Gewerkschaft offen, der Gewerkschafts-Vizevorsitzende Daniel Flohr sagte seine Teilnahme aber schon ab, da das Treffen ein "PR-Coup" des Lufthansa-Chefs sei. Eine Lösung der Probleme sei dort nicht zu erwarten.

1.300 Flüge werden gestrichen

Die Lufthansa will heute einen Sonderflugplan für die Streiktage Donnerstag und Freitag veröffentlichen. Man werde "alles dafür tun", die Auswirkungen für die Kunden "so gering wie möglich zu halten", hieß es. Bekannt wurde bereits, dass wegen des 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter insgesamt 1.300 Flüge mit rund 180.000 betroffenen Passagieren abgesagt werden müssen. Am Donnerstag sollen in der Lufthansa-Gruppe 700 von 3.000 geplanten Flügen gestrichen werden und am Freitag 600, wie das Unternehmen mitteilte. Enthalten sind in dieser Zahl auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines.

Umbuchungs-Angebot für Kunden

Kunden können ihren für einen der beiden Tage gebuchten Flug kostenlos auf einen Flug mit Lufthansa oder einer ihrer Töchter in den nächsten zehn Tagen umbuchen, unabhängig davon, ob er tatsächlich gestrichen wird oder nicht, wie der Konzern mitteilte. Auf innerdeutschen Strecken können Fluggäste demnach auch die Deutsche Bahn nutzen. Dazu können sie ihr Ticket online in einen Fahrschein der Bahn umwandeln. Die Anreise zum Flughafen sei dafür nicht notwendig. Lufthansa bat die Fluggäste, sich vor Reiseantritt auf der Seite der Airline über den Status ihres Flugs zu informieren.