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Gericht: "Crowdworker" sind nicht in jedem Fall Angestellte | BR24

© dpa-Bildfunk/Gerry Schläger

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    Gericht: "Crowdworker" sind nicht in jedem Fall Angestellte

    Sogenannte "Crowdworker" nehmen Aufträge an, die sie meist über Internetplattformen erhalten. Ist das nun ein Arbeitsverhältnis oder sind die "Crowdworker" selbständig? Das Landesarbeitsgericht München entschied heute: Es kommt auf den Einzelfall an.

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    Wie der Job eines Crowdworkers arbeitsrechtlich einzustufen ist, hängt vom konkreten Fall ab. Geklagt hatte ein Mikrojobber, der die Präsentation der Waren von Markenherstellern in Geschäften untersuchte. Vermittelt wurden die Jobs über eine Internetplattform.

    Im konkreten Fall kein festes Arbeitsverhältnis vorhanden

    Der Kläger erhielt für 20 Stunden Arbeit in der Woche knapp 1.800 Euro im Monat. Doch dann wurde er ausgeschlossen und zog deshalb vor Gericht. Er sei nicht selbständig – argumentierte er - sondern unbefristet beschäftigt. Das sehen die Arbeitsrichter anders. Denn der Kläger habe keine Pflicht gehabt, die im Netz angebotenen Aufträge anzunehmen. Und die Plattform habe sich auch nicht verpflichtet, ihm Aufträge anzubieten. Außerdem sei er nicht weisungsgebunden, persönlich abhängig oder bei der Arbeit fremdbestimmt gewesen. Gesetzlich sind das die Voraussetzungen für ein festes Arbeitsverhältnis. Das liegt laut Urteil in diesem Fall nicht vor.

    Befristete Arbeitsverhältnisse unter Umständen möglich

    Allerdings räumen die Richter eines ein: Crowdworker klicken den Auftrag im Internetauftritt der Plattform an, wenn sie ihn annehmen wollen. Dadurch könnte ein befristetes Arbeitsverhältnis mit dem eigentlichen Auftraggeber - also in diesem Fall einem Markenhersteller - entstehen. Entschieden wurde darüber nicht, weil der Kläger dieses Argument nicht rechtzeitig vorbrachte. Der Fall könnte noch das Bundesarbeitsgericht beschäftigen. Die Revision wurde zugelassen – wegen der grundsätzlichen Bedeutung, heißt es im Urteil.