BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Geld oder Gutschein für Pauschalreisende | BR24

© picture alliance/Zoonar

Pauschalreisende am Strand

3
Per Mail sharen

    Geld oder Gutschein für Pauschalreisende

    Die Bundesregierung hat sich von einer verpflichtenden Gutschein-Lösung für stornierte Pauschalreisen endgültig verabschiedet. Stattdessen sollen die Kunden selber entscheiden, ob sie ihr Geld zurückbekommen, oder einen Gutschein annehmen wollen.

    3
    Per Mail sharen

    Sommerzeit ist Reisezeit – normalerweise. Wegen der Coronakrise ist noch immer unklar, ob die geplante Pauschalreise auch stattfinden kann. Jetzt hat die Bundesregierung den Kunden den Rücken gestärkt. Künftig müssen die Verbraucher, die eine Pauschalreise gebucht haben und diese coronabedingt nicht antreten können, ihr Geld zurückbekommen. Eigentlich hatte die Bundesregierung eine Gutschein-Lösung geplant, die soll es jetzt nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben.

    Bundesjustizministerium rät Pauschalreisenden zu Gutscheinen

    Bundesjustizministerin Christine Lambrecht appellierte gleichwohl an die Pauschalreisenden, einen Gutschein zu akzeptieren: "Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten."

    Der Reiseverband DRV sprach von einer "Scheinlösung", die die Probleme der Branche nicht wirklich beheben könne. Gutscheine hätten bei den Verbrauchern nur eine geringe Akzeptanz. "Reiseveranstalter müssen daher weiterhin an den Großteil ihrer Kunden Geld rückerstatten – Geld, das schlicht nicht vorhanden ist", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Es gehe um ein Volumen von sechs Milliarden Euro. "Die Stornierungen ziehen auch den Reisebüros den Boden unter den Füßen weg." Fiebig bekräftigte die Forderung der Branche nach staatlicher Unterstützung.

    Berliner Gutschein-Lösung scheiterte am Widerstand aus Brüssel

    Die ursprüngliche Berliner Gutschein-Lösung war am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission gescheitert, weil europäisches Reiserecht für derartige Fälle einen Anspruch auf Erstattung vorsieht. Mit einer verpflichtenden Gutschein-Lösung wollte die Regierung Reiseveranstalter und Reisebüros vor einer möglichen Insolvenz schützen.

    Nicht alle Pauschalreisenden haben Anspruch auf ihr Geld

    Die Regelung der Bundesregierung gilt allerdings nur für Pauschalreisen, die nach dem 8. März 2020 gebucht wurden. Für alle Buchungen vor dem 8. März gilt: Reiseveranstalter dürfen ihren Kunden statt der Rückerstattung des Geldes einen Gutschein für spätere Reisen ausstellen.

    Die Gutscheine sind laut Bundesregierung über die bisherige Versicherung abgesichert und falls nötig darüber hinaus durch eine staatliche Garantie über den kompletten Wert abgedeckt - diese Garantie greie auch dann , wenn Anbieter zahlungsunfähig würden. Wird ein Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, werde das Geld ausgezahlt. Reisende können das Angebot aber auch ablehnen und auf der sofortigen Auszahlung des Geldes bestehen.

    Das Bundesjustizministerium will die Details nun in einem Gesetzentwurf formulieren. Darüber hinaus wolle die Regierung der Reisebranche ermöglichen, bestehende Hilfsprogramme zu nutzen, kündigte Justizministerin Lambrecht an.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!