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© B5 aktuell / Johannes Lenz
Bildrechte: BR/Natasha Heuse

Geldanlagen in Krisenzeiten: Porträt eines jungen Anlegers

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Sparen ohne allzu große Risiken: Geldanlage in Krisenzeiten

Das Sparschwein zur Bank zu tragen und sich über Zinsen auf dem Sparbuch zu freuen - das war einmal. In der Corona-Krise haben viele damit begonnen, Geld in Aktien zu investieren. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, klärt das B5 Thema des Tages.

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Von
  • Dominik Einzel
  • Ralf Schmidberger

Früher war Sparen noch eine andere Herausforderung und konnte sogar Spaß machen! Was im Kindesalter in der Sparbüchse landete, wurde stolz zur Bank getragen und aufs Sparbuch eingezahlt. Auf etwas zu sparen war ein Anreiz, da es ja mit den Zinsen auch noch eine kleine Belohnung gab. Seit die Europäische Zentralbank (EZB) vor genau fünf Jahren ihre Nullzinspolitik eingeläutet hat, ist mit dem Sparbuch nicht mehr viel zu holen. Ganz im Gegenteil: Ab einer bestimmten Höhe der Spareinlage verlangen einige Banken bereits Gebühren von ihren Kunden.

Wie Sparen heute trotzdem noch möglich ist und wie die Corona-Krise Einfluss auf Geschäfte mit Aktien und Fonds hat, war heute Thema des Tages auf B5 aktuell.

"Beim Weltspartag in den 90er-Jahren gab es noch richtig dicke Zinsen für das Ersparte. Das kennen die jungen Leute heute gar nicht mehr." Ralf Schmidberger, B5 Finanzexperte

Aktien und Fonds boomen

Geldanlage ist überhaupt und jetzt vor allem auch in Krisenzeiten für alle eine Herausforderung, die ihr Vermögen und oftmals auch das Alter absichern wollen. Ziel ist bei allen, das Geld vermehren zu können. Seitdem die EZB mit ihrer Nullzinspolitik begonnen hat, boomen mitten in der Corona-Krise die Deals mit Aktien und Fonds. Auch immer mehr junge Leute mischen mit. Im Corona-Jahr 2020 hätten sich beinahe so viele Menschen an der Börse wie zuletzt um die Jahrtausendwende engagiert, meldet das Deutsche Aktieninstitut - insgesamt rund 12 Millionen. Dabei interessiert sich zunehmend auch die Generation der unter 40-Jährigen für das Aktiensparen: Allein aus dieser Altersgruppe kommen rund eine Million neue Anleger. Das bedeutet ein Plus von knapp 50 Prozent.

Generation Nullzins

Die jungen Anleger sind bereits ohne Sparbuch und üppige Zinsen aufgewachsen. Wer also zu etwas Geld kommt, schaut sich nach anderen Möglichkeiten um. Aktienhandel war früher umständlicher und insbesondere teurer. Heute kann man auf dem Handy mit sogenannten Broker-Apps Wertpapiere kaufen und verkaufen. Und das äußerst billig und teilweise mit nur einem Klick.

Risikoarm in Aktien anlegen - aber wie?

Wer in letzter Zeit die privaten Finanzen überprüft hat, ist möglicherweise in der Corona-Krise erst darauf gekommen, welche Auswirkungen Null- und Negativzinsen haben. Wer vom Aktienhandel keine Ahnung hat und sich vielleicht auch gar nicht aktiv damit beschäftigen möchte, landet dann schnell bei Aktienfonds. Die bieten die Filialbanken gerne an, weil sie aufgrund von Ausgabeaufschlägen und Gebühren daran gut verdienen. Mit Investmentfonds kann man gezielt z.B. in Aktien aus aller Welt, aber auch aus bestimmten Ländern oder Branchen investieren. Auch Fonds für Immobilien oder Rohstoffe werden angeboten. Es gibt aber auch Mischfonds, bei denen in Aktien und gleichzeitig beispielsweise in Staats- und Unternehmensanleihen investiert wird. Entscheidend ist, welches Risiko der Anleger eingehen möchte.

ETF (Exchange Traded Funds) - Börsengehandelte Indexfonds

Exchange Traded Funds (ETFs) werden seit Jahren immer beliebter, weil sie deutlich günstiger sind als aktiv von Spezialisten gemanagte Fonds und zudem oft sogar besser abschneiden als diese. ETFs orientieren sich immer an einer sogenannten "Benchmark" wie zum Beispiel dem Deutschen Aktienindex (DAX). Aber je nachdem, was diese Benchmark ist, kann der ETF auch nicht breit gestreut sein und sich z.B. am vietnamesischen Leitindex oder einen Korb von Goldminenbetreiber-Aktien abbilden. Da ist dann aber auch das Risiko deutlich höher.

Was Verbraucherschützer empfehlen, sind ETFs, die sich an weltweiten Indizes wie beispielsweise dem MSCI World oder MSCI All Countries World Index orientieren. Das sind dann Indizes mit teilweise mehreren tausend Unternehmensaktien. Das bedeutet: Das Risiko ist weit geringer. Denn wenn einige Aktien schlecht laufen, fällt das weniger ins Gewicht.

Bitcoin - ernstzunehmende Anlage oder riskante Spielerei?

Da sind selbst Fachleute nicht einer Meinung. Einige sehen im Bitcoin die Zukunft. Andere sagen "Finger weg" wegen der radikalen Kurssprünge in den digitalen Währungen. Insgesamt ist der Bitcoin für Anleger eine riskante Sache und nur für den geeignet, der auch Verluste verkraften kann.

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