BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Radfahren: Kennen Sie die Regeln? | BR24

© BR/Stephan Lina

Ungefähr jede halbe Stunde wird ein Radler in Bayern in einen Unfall verwickelt, so die Statistik. Oft sind Auto- oder Lastwagenfahrer nicht aufmerksam genug. Aber oft genug halten sich auch die Radlerinnen und Radler nicht an die Regeln.

14
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Radfahren: Kennen Sie die Regeln?

Ungefähr jede halbe Stunde wird ein Radler in Bayern in einen Unfall verwickelt, so die Statistik. Oft sind Auto- oder Lastwagenfahrer nicht aufmerksam genug. Aber oft genug halten sich auch die Radlerinnen und Radler nicht an die Regeln.

14
Per Mail sharen
Teilen

Aufs Fahrrad gesetzt und einfach losradeln? So einfach ist es offenbar nicht. Zum Interview rund um Regeln für Radfahrer bringt Laura Ganswindt einen ganzen Packen Papier mit, mit Vorschriften und Auszügen aus der Straßenverkehrsordnung. Laura Ganswindt ist Sprecherin bei der Bayerischen Sektion des ADFC, der wichtigsten deutschen Organisation zum Thema Radfahren. Das Papier ist nötig. Denn was viele nicht wissen: Auch wenn man als Radfahrer keinen Führerschein braucht, Regeln gibt es trotzdem einige. Zum Beispiel in der Frage, wie genau ein Fahrrad bei Dämmerung oder Dunkelheit beleuchtet zu sein hat.

"Gesetzlich vorgeschrieben sind ein Frontscheinwerfer mit großem weißen Reflektor, ein Rücklicht, mit großem roten Reflektor hinten und nach vorne und hinten wirkende gelbe Reflektoren an den Pedalen, durchgehende Reflexstreifen an den Reifen, oder je zwei gelbe Speichen-Reflektoren in jedem Laufrad. Und wichtig ist auch, dass blinkende Beleuchtung am Fahrrad selbst nicht erlaubt ist." Laura Ganswindt, ADFC

Radfahren mit Kopfhörer - ja oder nein?

Dass ein Fahrrad am Abend oder in der Nacht beleuchtet sein muss, das versteht sich eigentlich von selbst. Doch es gibt auch kniffligere Fragen, zum Beispiel: Wie sieht es denn mit Musik aus dem Kopfhörer aus, während man mit dem Fahrrad unterwegs ist?

"Kopfhörer beim Radfahren sind grundsätzlich erlaubt, solange die Radfahrenden noch den Verkehr um sich herum akustisch wahrnehmen können. Entscheidend ist eben die Lautstärke. Und der ADFC rät dazu, alle Sinne zu nutzen, um sicher durch den Verkehr zu kommen. Wenn man ein Martinshorn überhört, dann ist das einfach gefährlich." Laura Ganswindt, ADFC

Radfahrer müssen sich nach den Ampeln für Autofahrer richten

Gefährlich kann es auch an der Kreuzung werden. Dann treffen Lastwagen, Autos, Motorroller, Fußgänger, seit neuestem E-Scooter und eben auch Fahrräder aufeinander. Und die spannende Frage ist: Für wen gelten eigentlich welche Ampeln? Auch hier gibt es natürlich klare Regelungen, weiß ADFC-Sprecherin Laura Ganswindt, auch wenn sich manche Radler offenbar unsicher sind:

"Wichtig ist, dass rote Ampeln nicht umfahren werden dürfen. Zum Beispiel durch Ausweichen auf den Gehweg. Und seit Anfang 2017 ist es auch so, dass sich die Radfahrer nach den Ampeln für Autofahrer richten müssen und nicht mehr nach denen für Fußgänger. Das ist wichtig zu wissen, weil die manchmal unterschiedlich schalten." Laura Ganswindt, ADFC

Müssen Radfahrer den Radweg benutzen?

Oft gibt es Radwege, die mit einem blauen Verkehrsschild gekennzeichnet sind. Diese müssen die Radfahrer tatsächlich benutzen, sie dürfen dann nicht auf der Straße fahren. Allerdings gibt es Ausnahmen für die Benutzung des Radweges, so die Expertin vom ADFC. Wenn er stark verschmutzt oder schneebedeckt ist und es deshalb nicht möglich ist, sicher auf dem Radweg zu fahren, darf man dann auch auf die Straße ausweichen.

"Ansonsten ist ganz wichtig, dass man nicht gegen die Fahrtrichtung fahren darf auf dem Radweg. Es gibt natürlich Zwei-Richtungs-Radwege, die sind dann entsprechend mit Pfeilen in zwei Richtungen gekennzeichnet, aber auf normalen Ein-Weg-Radwegen darf ich nur in die Fahrtrichtung fahren." Laura Ganswindt, ADFC

Eine Übersicht mit allen wichtigen Regelungen gibt es beim ADFC. Außerdem hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine Broschüre herausgebracht, mit der man überprüfen kann, ob das eigene Fahrrad überhaupt verkehrssicher ist.