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Gebrauchtwagenhandel wehrt sich | BR24

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Gebrauchtwagenhandel wehrt sich

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat darüber nachgedacht, bei Barzahlungen eine Obergrenze von 5.000 Euro einzuführen. Diese rein theoretische Idee hat viele aufgeschreckt. Die Gebrauchtwagenbranche fürchtet um Umsätze, berichtet Gabriel Wirth.

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Es gibt wohl keinen Gebrauchtwagenhändler in Deutschland, der nicht gegen eine Obergrenze bei Bargeldzahlungen ist. Einer von ihnen ist Adil Tiryaki. Auf dem Hof des Münchner Autohändlers stehen teure Gebrauchtwagen: Porsche, Audi, Mercedes und Jaguar. Kaum ein Fahrzeug hier kostet weniger als 5.000 Euro und viele Kunden zahlen in bar, erzählt Tiryaki.

"Man kann eigentlich sagen, so 70 Prozent läuft bar. Es gibt auch viele, aus dem Ausland oder auch aus Deutschland, wenn die für 50.000 ein Auto kaufen, die überweisen mal gerne nur einen Tausender. Um das Risiko zu minimieren: Wenn das Auto hier dasteht wie es ist und es ihnen gefällt, zahlen sie gerne in bar, aufgrund der betrügerischen Geschichten, die es nun mal gibt."

Lieber gleich Bargeld - statt auf die Überweisung warten

Der Händler verkauft nur einen kleinen Teil seiner Fahrzeuge an Kunden aus der näheren Umgebung. Das meiste läuft über das Internet. Die Kunden schauen sich Autos auf der Homepage an, telefonieren und reisen an. Wenn das Fahrzeug den Angaben entspricht und gefällt, wird sofort gezahlt. Überweisen dauert da meist zu lange, vor allem für Kunden aus dem Ausland, meint Tiryaki.

Bei großen Summen gilt jetzt schon das Geldwäschegesetz

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sieht in den Beschränkungen im Bargeldverkehr einen Eingriff in die Entscheidungs- und Verfügungsfreiheit von Händlern und Kunden - wie Verbandssprecher Ulrich Köster deutlich macht.

"Es werden im Jahr 7,3 Millionen Gebrauchtwagen im Durchschnitt verkauft, 61 Prozent davon gehen über den Handel. Wenn man einen Gebrauchtwagen im Neuwagenhandel kauft, dann kostet der im Schnitt 15.000 Euro. Und, das möchte ich noch sagen: Es gibt ja eine Regelung im Geldwäschegesetz." 

Dieser Regel nach müssen Händler bei Barzahlungen über 15.000 Euro entsprechend sorgfältig vorgehen, zum Beispiel die Identität des Käufers feststellen und gegebenenfalls prüfen, ob er selbst kauft oder für einen anderen. Der Verband hält diese Regeln für ausreichend, um gegen Geldwäsche vorzugehen.