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Galeria Karstadt Kaufhof: Konzern tief in den roten Zahlen | BR24

© ARD/Wolfgang Landmesser

Warenhauskonzern in den roten Zahlen

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Galeria Karstadt Kaufhof: Konzern tief in den roten Zahlen

Die fusionierte Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schreibt rote Zahlen. Den Gesamt-Verlust bezifferte Vorstandschef Fanderl auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Altlasten und Tarifverhandlungen reißen demnach tiefe Finanzlöcher.

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Der fusionierte Warenhauskonzern steckt tief in den roten Zahlen. Allein Karstadt werde in diesem Jahr einen Verlust von 78 Millionen Euro schreiben, sagte Vorstandschef Stephan Fanderl dem "Handelsblatt". Demnach dürfte sich der Verlust für das Gesamtunternehmen wohl auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.

Langer Weg bis zur Sanierung

Knapp vier Monate ist es her, seit die beiden Kaufhaus-Riesen Galeria Kaufhof und Karstadt fusionierten. Bis zur Sanierung ist es offenbar noch ein langer Weg.

"Wir haben viele verlustträchtige Einheiten früh im Jahr auf die Karstadt-Seite genommen und die Einsparungen eher auf der Kaufhof-Seite verbucht." Stephan Fanderl, Vorstand Galeria Karstadt Kaufhof

Außerdem muss sich Galeria Karstadt Kaufhof mit Altlasten herumschlagen, die vom früheren Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company übernommen worden seien. Fanderl bezifferte den Verlust bei Kaufhof aus den vergangenen vier Jahren mit 600 Millionen Euro.

Synergien geplant

Bis 2022 sind laut Fanderl rund 380 Millionen Euro Einsparungen durch Synergien eingeplant. 130 Millionen Euro davon seien schon fürs nächste Geschäftsjahr gesichert in den Büchern. Unterstützung gebe es auch von der Signa Holding des österreichischen Milliardärs René Benko. Die Gesellschafter investierten in die Neuausrichtung über 700 Millionen Euro, hob Fanderl hervor. Dadurch seien Kaufhof und Karstadt heute schuldenfrei.

Zähe Tarifverhandlungen

Derweil warten die Beschäftigten auf einen neuen Tarifvertrag. Die Fronten sind verhärtet. Die Gewerkschaft und der Warenhauskonzern ringen bereits seit Monaten um eine Lösung. Ohne ein neues Abkommen zur Rückkehr zum Flächentarifvertrag könnte der Sanierungstarifvertrag bei Karstadt auf das gesamte Unternehmen angewendet werden, was zu deutlichen Einbußen für die Kaufhof-Mitarbeiter führen könnte, hatten Vertreter der Arbeitnehmer gewarnt. Der Tarifvertrag solle letztlich für alle rund 28.000 Beschäftigten gelten, die für die bisherigen Warenhäuser von Kaufhof und Karstadt sowie für Karstadt Sport und Karstadt Feinkost tätig seien, hatte Verdi gefordert.

Die jüngsten Streiks hätten sich inzwischen auch auf den Umsatz niedergeschlagen, so der Konzern, und würden auch die laufenden Sanierungsmaßnahmen gefährden. "Das ist in dieser wichtigen Phase wirklich schädlich und unverantwortlich", kritisierte Fanderl die Arbeitsniederlegungen.