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Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank würde Jobs kosten | BR24

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Angesichts der Fusionsgespräche die Sorge vor dem Verlust Tausender Jobs bei den Instituten. Das beschäftigt auch die Bundesregierung. Der Bund ist seit der Finanzkrise mit 15 Prozent größter Aktionär der Commerzbank.

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Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank würde Jobs kosten

Deutsche Bank und Commerzbank haben mit Sondierungsgesprächen über eine Großfusion begonnen. Die Beschäftigten sind in Sorge. Auf dem Spiel stehen Zehntausende Arbeitsplätze. Doch auch die Aktionäre und die Finanzaufsicht sehen die Fusion kritisch.

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Die Bundesregierung will als Großaktionär der Commerzbank den drohenden Stellenabbau bei einer möglichen Fusion mit der Deutschen Bank im Blick behalten. Kanzleramtschef Helge Braun sprach von einem „schwierigen Befund“, wenn es zu dem Verlust Tausender Arbeitsplätze käme.

Verdi-Chef Bsirske: Bis zu 30.000 Jobs im Feuer

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, dass bis zu 30.000 Stellen wegfallen könnten. "Dass da einfach zugeguckt wird, davon kann niemand ernsthaft ausgehen", sagte Bsirske in Berlin. Man werde das sehr kritisch begleiten, und das auch mit den Möglichkeiten in den Aufsichtsgremien in der Deutschen Bank und der Commerzbank. Bsirske selbst sitzt im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Überschneidungen bei den Arbeitsplätzen gibt es jede Menge, ob im Privatkundengeschäft oder in den Filialen. Nach einem Zusammenschluss würde Deutschlands größte Bank entstehen mit rund 38 Millionen Privat- und Firmenkunden, 140.000 Beschäftigten und 2.400 Filialen.

Auch Großaktionäre sehen Fusion kritisch

Großaktionäre der Deutschen Bank hatten sich in den letzten Wochen bereits kritisch geäußert. Ähnlich wie die Bankenaufsicht der EZB haben sie Zweifel an der notwendigen Ertragskraft des neuen Finanzriesen. Die EZB erwartet deshalb ein neues Geschäftsmodell mit nachhaltigen Gewinnen, die in den letzten Jahren nicht möglich waren. Mit zunehmender Größe brauchen Banken auch mehr Eigenkapital, weil sie ein größeres Risiko für das Finanzsystem darstellen. Eine solche Kapitalerhöhung müssen die Aktionäre mittragen. Hohe Kursverluste der beiden Bankaktien sprechen dagegen. Um an frisches Geld zu gelangen, könnte die Deutsche Bank den Rest ihrer Vermögensverwaltung DWS verkaufen. Der teilweise Börsengang brachte bislang nicht den erhofften Ertrag.

Altmaier: Schlagkräftige Geldhäuser

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat unterdessen das Interesse an starken Geldhäusern betont. Es gebe den Wunsch, "dass es auch im Bankenbereich schlagkräftige Unternehmen in Deutschland und Europa gibt." Der Bundesverband der Deutschen Industrie forderte, dass Fusionsgespräche beider Banken ergebnisoffen geführt werden müssten. Nur wenn das Zusammengehen eine stärkere Institution schaffe, sei sie zielführend, schrieb der BDI in einer Mitteilung. Die deutsche Industrie brauche auch in Zukunft starke heimische Banken als Partner im nationalen und weltweiten Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft.

© BR/Felix Lincke

Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank dürfte Jobs kosten