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Die Geschäfte dürfen in der Corona-Krise nur eingeschränkt Kunden empfangen. Die Folge davon ist, dass der Online-Handel boomt. Doch kann man im Netz überhaupt nachhaltig und fair einkaufen?

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Für oder gegen die Umwelt? Tipps für nachhaltigen Konsum

Für viele Verbraucher spielt Nachhaltigkeit eine Rolle bei Kaufentscheidungen. Unverpackt-Läden, nachhaltige Kleidung und Reparatur-Cafés liegen im Trend. Jeder trifft also mit seinem Konsumverhalten auch Entscheidungen für oder gegen die Umwelt.

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Von
  • Barbara Fuß

Allein der Verpackungsmüll beim Einkauf fällt schon enorm ins Gewicht. Im Durchschnitt fallen in Deutschland pro Person jedes Jahr 38 Kilogramm Plastikmüll an. Immer mehr Menschen machen sich inzwischen Gedanken über ihren Konsum und kaufen bewusster ein.

Überprüfen: Wer hat wie wo was produziert?

Simone Seidel lebt in München. Die 30-jährige Verkaufsleiterin achtet auf ihren CO2-Abdruck. Deshalb ist sie viel mit dem Rad, öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem E-Scooter unterwegs. Nachhaltig zu leben ist ihr auch beim Konsum wichtig. Bei Lebensmitteln, Mode und auch Kosmetik schaut sie genau hin, wie, wo und von wem produziert wurde. "Ich guck da auch gerne mit einer App die Inhaltsstoffe an, ob da bedenkliche Stoffe drin sind und das gibt einem dann einfach noch einmal Sicherheit beim Kosmetikkauf."

Unverpackt einkaufen - auch Kosmetik

Wenn es geht, kauft Simone Unverpacktes ein oder achtet darauf, dass die Verpackung recycelbar ist. Bei Seifen und Shampoos greift sie deshalb nicht zu Flüssigprodukten in Plastikbehältern. Auch im Haushalt lebt Simone nach dem Motto: weniger ist mehr. "Ich versuche auch ein paar Sachen selbst zu machen. Es gibt so Dinge wie Essigreiniger, den kann man einfach selber machen aus Zitronen, Essigessenz und Wasser". Auch sie sei kein perfekt nachhaltig lebender Mensch, sagt Simone, "aber das sind so einfache Sachen, die man verändern kann und jetzt versuche ich natürlich schon, auch weniger zu konsumieren." Statt neuer Kleidung kauft sie gerne auch gebrauchte Sachen aus Second-Hand Läden oder über Online-Kleinanzeigen.

Reparieren statt neu kaufen

Auch Simones Arbeitskollegin Valerie Ramm ist ein bewusster Lebensstil wichtig. Die 32-Jährige repariert und ändert gerne gebrauchte Dinge. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Rohstoffe. "Ich habe angefangen - wie viele – über die Ernährung, sprich: erstmal vegetarisch, dann jetzt seit einiger Zeit auch vegan. Dann bin ich weiter zur Mode. Ich versuche möglichst Second-Hand was zu finden oder eben dann von Fair-Fashion-Labels. Da gibt es ja inzwischen echt viele und gerade online wird man gut fündig." Und wer selbst nicht gerade handwerklich begabt ist, kann sich in Reparaturcafés Unterstützung holen.

Nachhaltig Online-Shoppen

Ganz konsequent nachhaltig zu konsumieren schafft auch Valerie nicht. Gerade bei veganen Schuhen wird es schwierig. Auch sie habe noch Lederschuhe. "Die habe ich 2011 in New York gekauft. Die bringe ich halt immer wieder zum Schuster." Klimaneutrale Sneaker hat sie im Internet entdeckt und bestellt. Umweltfreundlich und Online muss kein Widerspruch sein, findet sie: "Gerade nachhaltige Marken sind eben nicht in den Innenstädten. Die sind voll mit H&M und Co. Da sind die nachhaltigen Marken halt noch nicht so präsent. Deswegen ist Online da eine gute Möglichkeit.“

Internetplattform für nachhaltigen Konsum

Valerie und Simone sind Kolleginnen. Beide arbeiten bei Utopia.de, einer Online-Plattform, die seit 13 Jahren ihren Nutzern Tipps zum nachhaltigen Konsum gibt: Infos über faire Produzenten, Ökoprodukte, Umweltsiegel und Do-it-yourself-Anleitungen. Ziel der Gründer und des Teams ist es, mit einem Online-Magazin umweltgerechte Ideen am Markt voranzutreiben. Eigene Studien der Plattform Utopia zeigen: ob ganz konsequent, gelegentlich oder experimentierfreudig – die Zielgruppe, die Wert auf umweltverträgliche und faire Produkte legt, wird größer. Das betrifft auch den Online Handel.

Nachhaltig Leben wird zum Trend

In Deutschland verhalten sich mittlerweile rund 25 Millionen Menschen nachhaltig – also fast jeder Dritte. Das haben Marktforschungsinstitute wie GFK und Allensbach herausgefunden. Die Utopia-Studie spiegelt wider: Nachhaltig konsumieren vermehrt Frauen (69 Prozent), Menschen mit höherem Schulabschluss (32 Prozent) Besser-Verdiener (40 Prozent) und Leute im Alter zwischen 18 und 34 (49 Prozent).

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