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Führungswechsel bei Sixt in stürmischen Zeiten | BR24

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Auch Deutschlands größter Autovermieter Sixt hat im vergangenen Jahr unter Corona gelitten. Der Umsatz brach deutlich ein, denn wenn Geschäfts- und Urlaubsreisen ausfallen, sinkt auch die Nachfrage nach Mietautos.

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Führungswechsel bei Sixt in stürmischen Zeiten

Auch Deutschlands größter Autovermieter Sixt hat im vergangenen Jahr unter der Corona-Pandemie gelitten. Der Umsatz brach deutlich ein, denn wenn Geschäfts- und Urlaubsreisen ausfallen, sinkt auch die Nachfrage nach Mietautos.

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Von
  • Gabriel Wirth

Der Umsatz von Sixt brach im vergangenen Jahr deutlich ein, von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro. Vor Steuern kam es ein Minus von 81,5 Millionen Euro. Nach Steuern gab es ein aufgrund eines Sonderertrags aus dem Leasinggeschäft ein kleines Plus von zwei Millionen Euro.

Weniger Mitarbeiter und Leihfahrzeuge

Um die Kosten zu senken, hat der Münchner Autovermieter unter anderem die Fahrzeugflotte deutlich reduziert. So lag der Fahrzeugbestand 2020 bei etwas über 175.000 Fahrzeuge, 2019 waren es noch rund 76.000 Fahrzeuge mehr und zwar insgesamt knapp 251.000. Das Unternehmen konnte eigenen Angaben zufolge so schnell reagieren, aufgrund bestehender Rücknahmevereinbarungen mit den Vertragspartnern, in erster Linie Autoherstellern. Zudem ist die Haltedauer der Verleihfahrzeugen mit gerade einmal sechs Monaten bei Sixt sowieso recht niedrig.

Daneben wurde auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich reduziert. Ende 2019 hatte das Unternehmen noch 8.100 Beschäftigte, Ende 2020 waren es 6.900 Mitarbeiter. Man habe vor allem die natürliche Fluktuation genutzt, erklärte der für das Personal zuständige Vorstand Alexander Sixt. Das Unternehmen nutzt zudem auch stark das Instrument der Kurzarbeit, wie der Vorstand mitteilte, ohne hier weitere Details zu nennen.

Wechsel an der Spitze

Im Juni dieses Jahres übergibt Erich Sixt die Führung an seine beiden Söhne Alexander und Konstantin Sixt. Der 76-jährige langjährige Vorstandsvorsitzende wechselt an die Spitze des Aufsichtsrats. Er habe das Pensionsalter zehn Jahre überschritten. Man sollte abtreten, wenn es am besten für das Unternehmen sei, meinte Erich Sixt und lobte die künftige Doppelspitze. Seine Söhne sind seit langem im Unternehmen aktiv. Alexander und Konstantin Sixt teilen sich seit Jahren auch einen Schreibtisch, wie beide betonten. Alexander Sixt ist zuständig vor für die Konzernstrategie, den Einkauf und das Personal, sein Bruder Konstantin für den Vertrieb.

Hohe Investitionen in den USA – keine Prognose

Sixt setzt auf das Geschäft im Ausland – vor allem in den USA. Durch Zukäufe gehört der Autovermieter mittlerweile zu den viertgrößten in den Vereinigten Staaten. So sei man mittlerweile an den Terminals wichtiger Airports vertreten, wie Boston, den drei New Yorker Flughäfen, Maui, Denver, Houston, Orlando oder Las Vegas. Erich Sixt rechnet mit einer stark anziehenden Nachfrage, wenn sich die Lage wieder normalisiert. Wenn man solange eingesperrt sei, wolle man die Freilassung genießen. Doch wenn das Vermietgeschäft wieder schnell anzieht, kann dies auch zu höheren Preisen führen, wenn die Fahrzeuge knapp werden, wie der Unternehmer erklärt. Eine Prognose für dieses Jahr wollte er nicht wagen. Das wäre unseriös. Man hänge von Entscheidungen ab, die man nicht im Ansatz beeinflussen könne.

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