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Früherer Wirtschaftsweiser für Abschaffung der Schuldenbremse | BR24

© picture-alliance/dpa

Prof. Peter Bofinger, früherer "Wirtschaftsweiser"

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    Früherer Wirtschaftsweiser für Abschaffung der Schuldenbremse

    Dass wegen der momentanen Hilfspakete der Regierung für die Wirtschaft der Schuldenberg steigt, ist für den Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger kein großes Problem. Der Staat sollte viele Schulden aus dem Privatsektor herausnehmen, fordert er.

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    "Es ist wichtig, dass der Staat möglichst viele Schulden aus dem privaten Sektor herausnimmt und auf seine Schultern nimmt, denn der Staat kann mit dieser Verschuldung, die ja unvermeidlich ist, sehr viel besser leben als die Privaten."

    Das sagte der Wirtschaftswissenschaftler und frühere Wirtschaftsweise Prof. Peter Bofinger im Interview mit der radioWelt am Morgen auf Bayern 2.

    "Lieber mehr Staatsverschuldung als eine große Insolvenzwelle, die ja gerade unseren Mittelstand massiv treffen wird." Prof. Peter Bofinger

    Gefahr einer Zukunftskrise nach der Coronakrise

    Als Problem dagegen sieht der Wirtschaftsprofessor aus Würzburg die Schuldenbremse im Grundgesetz und den geforderten Abbau von Schulden zum Beispiel durch Steuererhöhungen.

    "Wenn wir bei dieser Regel bleiben, dann werden wir, sobald die Krise vorbei ist, keine schwarze Null haben, sondern ein dickes schwarzes Plus. Das heißt der Staat muss Überschüsse erzielen, die dann zu Lasten von Investitionen gehen in die Infrastruktur, in den Klimawandel." Prof. Peter Bofinger

    Die Regel sei zu hinterfragen, so Bofinger, "denn sonst haben wir tatsächlich das Problem, dass wir nach der Coronakrise eine Zukunftskrise kriegen, weil der Staat nicht ordentlich in die Zukunft investieren kann, was ja dringend geboten ist."

    Peter Bofinger war von 2004 bis 2019 einer der fünf Wirtschaftsweisen im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung berät.