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Frist der Steuererklärung 2019 naht: Was dieses Jahr anders ist | BR24

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Wer seine Steuererklärung selbst oder auch online macht, muss sie bis spätestens 31. Juli abschicken

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    Frist der Steuererklärung 2019 naht: Was dieses Jahr anders ist

    Wer seine Steuererklärung selbst oder auch online macht, muss sie bis spätestens 31. Juli abschicken. Dieses Jahr gibt es neue Formulare und steuerrechtliche Änderungen - unter anderem beim Jobticket, Grundfreibetrag und Dienstfahrrad.

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    So ungeliebt die Steuererklärung auch ist: praktisch war bislang wenigstens der vierseitige Mantelbogen. In diesen hat der Bürger all seine Belege, Anlagen und Formulare legen können. Bei der Steuererklärung 2019 gibt es dafür nur noch ein Blatt mit zwei Seiten.

    Neue Anlagen in der Steuererklärung 2019: Krankheitskosten, Handwerkerleistungen und andere Dienstleistungen

    Die Steuererklärung wird deswegen aber nicht kürzer, sondern es kommen neue Anlagen dazu. Zum Beispiel die neue Anlage "Sonderausgaben", die etwa die Kirchensteuer oder Spenden enthält. Die Anlage für außergewöhnlichen Belastungen ist wichtig für Krankheitskosten, die Anlage für haushaltsnahe Aufwendungen für Handwerkerleistungen und andere Dienstleistungen.

    Auto-Fill in Formularen im Bereich Lohnsteuerbescheinigung, Rentenbezug und Elterngeld

    Der Vorteil bei den neuen Anlagen: Durch die eigenen Formulare bleibt jetzt mehr Platz für jeden einzelnen Posten. Das heißt etwa bei den Krankheitsaufwendungen: Es muss nicht mehr so klein geschrieben oder ein separates Blatt hinzugefügt werden.

    Wer die Papiervordrucke für die Steuererklärung in der Hand hält, dem fallen außerdem nun dunkelgrüne Felder auf, die mit einem kleinen "e" gekennzeichnet sind. Hier geht es um Daten, die dem Finanzamt bereits vorliegen und ab jetzt nicht nochmals angegeben werden müssen. Das betrifft zum Beispiel die Lohnsteuerbescheinigung, die Rentenbezugsmitteilungen, viele Versicherungsbeiträge und auch viele Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld. Diese Daten werden schon länger übermittelt, mussten aber bisher auch immer noch in die Steuererklärung eingetragen werden, sozusagen doppelt. Das ist jetzt nicht mehr notwendig.

    Steuerbescheid trotzdem sorgfältig prüfen

    Im Einzelfall kann das sogar bedeuten, dass der oder die Steuerpflichtige nur die zwei Seiten vom Hauptvordruck ausfüllen muss, wenn auf anderen Anlagen keine Angaben notwendig sind.

    Vieles läuft also schon automatisch bei der Steuererklärung. Aber natürlich können dabei auch mal Fehler passieren. Deshalb empfiehlt es sich, den Steuerbescheid am Ende noch einmal sorgfältig durchzugehen. Und zwar darauf, ob die Daten vollständig korrekt sind und ob auch alle Ausgaben, die man gesondert aufgelistet hat und natürlich weiterhin eintragen muss, vom Finanzamt entsprechend berücksichtigt wurden.

    Mehr Zeit für Abgabe der Steuererklärung 2019

    Wer die Steuerklärung 2019 selbst ausfüllt, muss sie Ende Juli abgeben. Für die, die professionelle Hilfe haben, ist die Frist Ende Februar im nächsten Jahr. Diese Frist sollte aber unbedingt eingehalten werden, sonst droht ein Verspätungszuschlag. Dieser Verspätungszuschlag beträgt dann je angefangenem Monat mindestens 25 Euro.

    Wer also merkt, dass er es zeitlich nicht schafft mit der Abgabe der Steuererklärung, sollte frühzeitig eine Verlängerung beantragen.

    Steuererklärung machen lohnt sich: Im Schnitt gibt’s 1.000 Euro zurück

    Grundsätzlich verpflichtet zur Abgabe sind alle, die mehr als einen Job haben oder Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld erhalten. Doch auch für andere kann sich eine Lohnsteuererklärung lohnen: Im Schnitt erhalten die Steuerzahler vom Finanzamt rund 1.000 Euro zurück.

    Im Vergleich zum Jahr 2018 werden die Steuerzahler 2019 etwas entlastet. Arbeitnehmer sollen bei Lohnerhöhungen auf dem Niveau der allgemeinen Preissteigerung nicht automatisch mehr Steuern zahlen müssen. Der Steuertarif wird um die geschätzte Inflationsrate erhöht. Ohne diese Anpassung müssten Steuerzahler, deren Einkommen lediglich in Höhe der Inflationsrate steigt, durchschnittlich mehr Steuern zahlen. Mit der Anpassung soll Netto mehr übrig bleiben.

    Grundfreibetrag auf 9.168 Euro erhöht und Umzugspauschale gestiegen

    Außerdem wurde der Grundfreibetrag für Ledige um 168 Euro angehoben und liegt jetzt bei 9.168 Euro. Wer weniger verdient, muss also keine Steuern zahlen. Seit dem 1. April 2019 ist auch die Umzugskostenpauschale gestiegen. Wer aus beruflichen Gründen umgezogen ist, kann also mehr Werbungskosten geltend machen. Der Kinderfreibetrag bleibt unverändert bei 2.490 Euro je Elternteil. Die Regelung für kurzfristige Beschäftigung wurde ab dem 1. Januar 2019 dauerhaft auf drei Monate oder 70 Tage verlängert.

    Steuerliche Vorteile beim Jobticket und Dienstfahrrad

    Auch beim Jobticket, Dienstfahrrad und Elektrofahrzeug gibt es steuerliche Änderungen. Wer im vergangenen Jahr ein Dienstfahrrad vom Arbeitgeber bekommen hat und das auch privat nutzt, muss in der Steuererklärung keinen geldwerten Vorteil angeben. Das gleiche gilt für ein Jobticket. Allerdings zieht das Finanzamt den Wert des Tickets von den abzugsfähigen Fahrtkosten ab.

    Wurde im Jahr 2019 ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug als Dienstwagen angeschafft, muss der geldwerte Vorteil aus der privaten Nutzung nur noch mit monatlich 0,5 Prozent statt einem Prozent versteuert werden.

    Sonderabschreibung für private Vermieter von neuen Mietwohnungen

    Für neue Mietwohnungen gibt es für Vermieter eine Sonderabschreibung, für die der private Vermieter aber einige Bedingungen erfüllen muss. Beispielsweise müssen die Baukosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche betragen. Außerdem muss die geförderte Immobilie für mindestens zehn Jahre vermietet werden. Der Gesetzgeber sieht keine Mietobergrenze vor.

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