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Fridays for Future macht vor Siemens-Zentrale Druck | BR24

© Karsten Böhne, BR

Die Kritik der Schülerbewegung "Fridays for Future" richtet sich gegen die Beteiligung von Siemens an einem Kohle-Bergbau-Projekt im Osten Australiens. In die Diskussion ist Bewegung gekommen.

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Fridays for Future macht vor Siemens-Zentrale Druck

Weil Siemens für eine Kohlemine in Australien Technik liefern soll, gerät der Konzern ins Visier von Klimaaktivisten. "Fridays for Future" will deutschlandweit koordiniert dagegen demonstrieren - auch in Bayern. So verteidigt sich Siemens.

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Die Kritik der Schülerbewegung "Fridays for Future" richtet sich gegen die Beteiligung von Siemens an einem Kohle-Bergbau-Projekt im Osten Australiens. Der indische Industriekonzern Adani soll die umstrittene Kohlemine in der Nähe des Great Barrier Reef bauen. Siemens hat seine Beteiligung bestätigt: Der Konzern hat den Auftrag für ein Signalsystem für das Eisenbahnnetz der Kohlemine erhalten.

In drei bayerischen Städten Demos geplant

"Fridays for Future" hat bundesweit zu Protesten vor Siemens-Büros aufgerufen. Betroffen sind mehrere Standorte in Bayern: Die Hauptkundgebung findet vor der Siemens-Zentrale in München statt. Um 12 Uhr versammeln sich die Aktivisten dort und ziehen durch die Stadt. Motto der anschließenden Mahnwache ist #keineWorte mehr. Weitere Kundgebungen in Bayern finden um 16:30 Uhr vor dem so genannten Himbeerpalast in Erlangen statt, in Bayreuth soll die Demonstration um 13:30 Uhr in Form einer Mahnwache vor dem Siemens-Gebäude in der Casselmannstraße stattfinden. Außerdem sind Kundgebungen in Augsburg, Würzburg und Kempten geplant.

Siemens: "Wir leisten einen aktiven Beitrag zur CO2-Reduktion"

Siemens hat versprochen, die Kritik ernst zu nehmen. Man verstehe, dass sich viele Menschen gerade für dieses Projekt so besonders interessieren und einsetzen. Allerdings verfolge man im Kampf gegen den Klimawandel einen deutlich breiteren Ansatz. Zum Beispiel die Entwicklung energieeffizienterer Technologie.

"Im Jahr 2018 haben unsere Technologien unseren Kunden geholfen, ihre eigenen Emissionen um mehr als 600 Millionen Tonnen zu reduzieren." Statement von Siemens

Siemens unterstützt das Pariser Klimaabkommen und leistet nach eigenen Angaben einen aktiven Beitrag zur Reduktion von Kohlenstoffemissionen weltweit. Siemens war nach eigenen Angaben eines der ersten globalen Industrieunternehmen, das sich klar zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Genau hier setzt die Kritik von "Fridays for Future" an.

Fridays for Future: Siemens soll Deal ablehnen

Die Hauptorganisatorin von "Fridays for Future" in Deutschland, Luisa Neubauer, hat Siemens aufgefordert, den Auftrag in Höhe von etwa 20 Millionen Euro abzulehnen. Das macht die Organisation auch in einem Brief an Siemens-Chef Kaeser deutlich, den sie auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat – mit der Aufforderung, ihn zu teilen.

"Während Sie in Deutschland versprechen, Verantwortung für unser Klima zu übernehmen und bis 2030 klimaneutral werden zu wollen, unterstützen Sie in Australien ein rückwärtsgewandtes Vorhaben und die Zerstörung unseres Planeten und unserer Zukunft." Brief von "Fridays for Future" an Siemens-Chef Joe Kaeser

Siemens-Chef Kaeser trifft Neubauer

Ein Siemens-Sprecher hat dem Bayerischen Rundfunk bestätigt: Siemens-Chef Joe Kaeser will am Tag der bundesweiten Demos, am 10. Januar, die deutsche Umweltaktivistin Luisa Neubauer treffen. Kaeser hat Neubauer und die Initiative "Fridays for Future" Anfang der Woche zu einem Gespräch eingeladen.

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