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Frankfurter Flughafen streicht bis zu 4.000 Stellen | BR24

© BR/Felix Lincke

Die Corona-Pandemie hat nicht nur Fluggesellschaften in Bedrängnis gebracht. Auch etliche Branchen in deren Umfeld sind in Bedrängnis, darunter Flugzeugbauer und Flughafengesellschaften. In Frankfurt sollen jetzt bis zu 4.000 Stellen wegfallen.

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Frankfurter Flughafen streicht bis zu 4.000 Stellen

Die Corona-Pandemie hat nicht nur Fluggesellschaften in Bedrängnis gebracht. Auch etliche Branchen in deren Umfeld sind betroffen, darunter Flugzeugbauer und Flughafengesellschaften. In Frankfurt sollen jetzt bis zu 4.000 Stellen wegfallen.

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Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat wegen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal hohe Verluste erlitten. 182 Millionen Euro Verlust stehen in der Bilanz - nach 127 Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor.

Weil der Flugverkehr über mehrere Wochen fast komplett still stand und auch dann nur langsam wieder anlief - nach wie vor haben die Menschen Angst vor einer Ansteckung im Flugzeug - war der Umsatz um rund 75 Prozent eingebrochen, auf 250 Millionen Euro. Mit Kurzarbeitergeld allein lässt sich die Pandemie bei Fraport deshalb nicht überbrücken.

Mehrere tausend Stellen sollen bei Fraport gestrichen werden

Der Frankfurter Flughafen lässt ahnen, was auch an anderen Airports bevorsteht: die Geschäftsführung hat den ersten Stellenabbau in der Corona-Krise angekündigt. 3.000 bis 4.000 Beschäftige in zurzeit noch 22.000 Vollzeitstellen will der Flughafen-Betreiber Fraport an seinem Heimatstandort einsparen.

16.000 Mitarbeiter sind seit Ausbruch der Pandemie in Kurzarbeit. Die Arbeitszeit der Gesamtbelegschaft wurde so um 60 Prozent reduziert. Der operative Aufwand wurde unter anderem durch Terminalsperrungen in Frankfurt um 30 Prozent gesenkt.

Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Trotzdem muss jetzt jeder vierte Beschäftigte damit rechnen, nicht an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Fraport-Chef Stefan Schulte schließt dabei auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Neben der natürlichen Fluktuation prüft man verschiedene sozialverträgliche Maßnahmen. Die Möglichkeiten der Kurzarbeit will das börsennotierte Unternehmen weiterhin nutzen, das mehrheitlich dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt gehört.

Nur noch rund 350.000 Passagiere in einer Woche

Deutschlands größter Flughafen ist wegen Corona nur zu knapp einem Viertel ausgelastet. Die Passagierzahlen bewegten sich auch in der vergangenen Woche nur langsam aus dem Corona-Tief.

Vom 27. Juli bis 2. August zählte Fraport an Deutschlands größtem Airport rund 343 865 Fluggäste und damit 78,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In der Vorwoche hatte man noch 79,7 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen.

Drittes Terminal soll in Frankfurt trotzdem gebaut werden

Schulte rechnet mit einer Lücke für die nächsten zwei Jahre. 2023 sei wieder mit einem moderaten Wachstum zu rechnen. Am Bau eines dritten Passagier-Terminals wolle man deshalb festhalten.

Am Münchner Flughafen dagegen ist noch offen, wie es weitergeht. Ein Bericht über die geplante Streichung von einem Fünftel der Stellen wurde im Juli dementiert.

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