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Bildrechte: Suez Canal Authority via Egyptian Cabinet Facebook Page/dpa -Bildfunk

Containerschiff blockiert Suezkanal

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Frachter blockiert Suezkanal – Sorge um Ölpreise

Ein riesiges Containerschiff ist im Suezkanal auf Grund gelaufen und hat den Verkehr auf der wichtigsten Wasserstraße zwischen Europa und Asien zum Erliegen gebracht. Sofort bildete sich ein Stau. Am Morgen stiegen die Ölpreise.

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Von
  • Claudia Steiner

Ein Frachter ist im Suezkanal in der Nacht zu Mittwoch auf Grund gelaufen und blockiert seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa. Acht Schlepperboote seien im Einsatz, um das festsitzende Schiff zu befreien, teilte die ägyptische Sueskanal-Behörde mit. Auf Bildern in den sozialen Medien war zu sehen, dass sich der Frachter quergestellt hatte. Bug und Heck hängen an den Kanalseiten. Auch Bagger versuchen, das Schiff wieder freizubekommen.

400 Meter langer Frachter

Nach Angaben der Schiffsradare handelt es sich um den Frachter "Ever Given". Laut vesselfinder.com ist er 400 Meter lang und 59 Meter breit. Das 2018 gebaute Schiff fahre unter der Flagge Panamas, es sei aus China gekommen und auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden.

Sandsturm soll Unfall ausgelöst haben

Zurückzuführen sei der Vorfall auf schlechte Sicht nach einem Sandsturm, hieß es. Das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC teilte zudem auf seiner Internetseite mit, an Bord des Frachters sei es zu einem Stromausfall gekommen.

Stau am Suezkanal

Sowohl nördlich als auch südlich des Kanals bildeten sich Staus von Containerschiffen. Es ist noch unklar, wann die Schifffahrtsstraße wieder freigegeben werden kann. Fast 19.000 Schiffe – oder durchschnittlich 51,5 Schiffe pro Tag – nahmen im Jahr 2020 nach Angaben der SCA die Wasserstraße als Abkürzung und sparten sich damit die Umschiffung Afrikas. Der Suezkanal ist ungefähr 190 km lang.

Wichtigste Seehandelsverbindung zwischen Asien und Europa

Solche Vorfälle sind selten und können enorme Auswirkungen auf den Welthandel haben. Der Grund: Durch den Kanal läuft ein erheblicher Teil der Energietransporte vom Mittleren Osten in Richtung Europa und USA. Betroffen sind in der Gegenrichtung auch Lieferungen aus der Nordsee nach Asien. Etwa zwölf Prozent des Welthandelsvolumens passieren den Kanal, der für Ägypten eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Laut ARD-Börse hängen schon wenige Stunden nach dem Unfall zehn Millionen Barrel Rohöl und Petroleumprodukte im Kanal fest.

Ölpreise gestiegen

Die Ölpreise sind am Mittwoch unter anderem wegen Problemen auf der wichtigen Energietransportroute gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 61,63 US-Dollar. Das waren 84 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass amerikanisches Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 62 Cent auf 58,38 Dollar.

Noch am Dienstag waren die Erdölpreise deutlich gefallen, auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Ausschlaggebend für die Entwicklung waren auch Sorgen um die Rohölnachfrage aufgrund steigender Corona-Infektionen und neuer Beschränkungen vor allem in Europa.

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