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Wirtschaft

Forscher: Keine Massenarbeitslosigkeit in der Autoindustrie | BR24

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Elektromotor /Audi E-Tron

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    Forscher: Keine Massenarbeitslosigkeit in der Autoindustrie

    Das Ende des Verbrennungsmotors, alternative Antriebe, autonomes Fahren - die Autoindustrie steht vor einem tiefen Wandel. Arbeitsplätze sind in Gefahr. Doch so schlimm soll es nicht kommen, sagen zwei renommierte Wirtschaftswissenschaftler.

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    Eines vorweg: Eine Massenarbeitslosigkeit droht nicht, dieser Meinung sind zumindest zwei renommierte Wirtschaftswissenschaftler. In einem Interview mit der "Funke-Mediengruppe" sagte der Präsident des Münchner ifo-Instituts Clemens Fuest , dass "der Arbeitsplatzabbau in der Autobranche noch nicht beendet sei". Allerdings räumte er auch ein:

    "Ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit ist aber derzeit nicht zu erwarten, weil gleichzeitig in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze entstehen, vor allem im Dienstleistungssektor." Clemens Fuest Präsident ifo-Institut München

    Neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor

    Der Grund: In anderen Bereichen, vor allem im Dienstleistungssektor würden neue Arbeitsplätze entstehen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr. Er führt den Stellenabbau in der Autoindustrie auf den technischen Strukturwandel sowie auf brancheninterne Fehler wie den Dieselskandal zurück, sieht gleichzeitig aber neue Arbeitsplätze in anderen Bereichen ebenso entstehen wie in der Automobilindustrie .

    "Die Auswirkungen auf den gesamten Arbeitsmarkt in Deutschland dürften – wenn überhaupt – überschaubar sein. Denn der Stellenabbau soll sich offenbar nicht abrupt, sondern über viele Jahre verteilt und ohne Entlassungen vollziehen," Gabriel Felbermayr, Institut für Weltwirtschaft, Kiel

    Sparkurs bei Audi und BMW

    Diese Woche hatten die bayerischen Autobauer BMW und Audi massive Sparprogramme verkündet. Bei der Ingolstädter VW Tochter sollen in den nächsten Jahren 9.500 Stellen abgebaut werden, vor allem durch Fluktuation und Vorruhestandsregelungen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach einer Übereinkunft mit dem Betriebsrat jedoch ausgeschlossen.

    Auch bei der Münchner Konkurrenz von BMW muss gespart werden. Dort beschränkt sich der Stellenabbau auf die Verwaltung, außerdem will das Unternehmen Zeitarbeitsverträge nicht verlängern. Kündigungen gibt es hier ebenfalls nicht. Dies würde die These eines sozialverträglichen Stellenabbaus über einen längeren Zeitraum stützen. Sowohl BMW als auch Audi haben angekündigt, in Bereichen wie Elektromobilität und autonomes Fahren neue Arbeitsstellen zu schaffen. Insgesamt hat die Autoindustrie 2019 bislang den Abbau von insgesamt rund 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt, berichtet der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer.