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Flugreisen: Welche Rechte haben Passagiere? | BR24

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Schlechte Nachrichten auf der Anzeigentafel: Der Flug wurde gestrichen oder ist stark verspätet. Was nun?

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    Flugreisen: Welche Rechte haben Passagiere?

    Überbucht, verspätet, gestrichen. Oft finden Flugreisen nicht wie geplant statt. Als Entschädigung gibt es in der Regel Bargeld. Doch dabei sind einige wichtige Regeln zu beachten.

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    Die Rechte von Fluggästen sind in der EU klar geregelt. Diese "Fluggastrechte-Verordnung" gilt für alle Flüge von oder zu einem Flughafen in der EU. Ausnahme: Wenn der Flug außerhalb der EU beginnt und von einer Fluggesellschaft mit Sitz außerhalb der EU durchgeführt wird. Wichtig: Hin- und Rückflug gelten immer als zwei separate Flüge.

    Wenn der Flug verspätet stattfindet

    Ab einer Verspätung von zwei Stunden erhalten Reisende am Abflughafen sogenannte "Betreuungsleistungen". Das sind kostenlose Speisen und Getränke (oder entsprechende Gutscheine) und kostenlose Telefonate.

    Kommt der Flieger mit über drei Stunden Verspätung am Ziel an, gibt es Anspruch auf eine Entschädigungszahlung. Diese richtet sich nach der Dauer der Verspätung und der Flugstrecke und beträgt zwischen 200 und 600 Euro.

    Verzögert sich der Abflug sogar um fünf Stunden oder noch länger, dann gibt es ein Wahlrecht: Entweder verzichtet man auf den Flug und lässt sich den Flugpreis vollständig erstatten oder man lässt sich die nicht geflogenen oder bereits zurückgelegten Strecken erstatten und sich kostenlos zurück zum Ausgangsort fliegen (z.B. weil der Weiterflug zwecklos geworden ist).

    Diese Ansprüche richten sich gegen die Fluggesellschaft. Zusätzlich kommt unter bestimmten Umständen zusätzlich noch eine Entschädigung durch den Reiseveranstalter in Betracht, etwa weil bestimmte Reisebausteine wie Übernachtungen oder Ausflüge nicht genutzt werden konnten.

    Ansprüche verjähren nach zwei Jahren

    Die Verspätung muss in jedem Fall durch die Fluggesellschaft schriftlich bestätigt werden. Und: Die Ansprüche des Reisenden verjähren zwei Jahre nach dem geplanten Reiseende. Keine Entschädigung gibt es übrigens, wenn unvermeidbare Ereignisse ("höhere Gewalt") vorliegen. Das kann zum Beispiel eine Naturkatastrophe, ein Kriegsausbruch oder ein Streik der Fluglotsen sein.

    Bei der Annullierung ist für einen Anspruch entscheidend, wann der Fluggast davon unterrichtet wurde. Grundsätzlich gilt: Je früher die Information kommt, desto weniger ist die Fluglinie in der Pflicht. Entsprechend vielfältig sind auch die Ansprüche des Kunden, abhängig von der Flugstrecke. Reisende müssen von der Fluggesellschaft unterstützt werden, bekommen das Ticket zurückerstattet und erhalten Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung.

    Es kann aber auch eine Umbuchung auf einen anderen Flug, die Bahn oder einen Mietwagen vereinbart werden. Die Entschädigung fällt dann entsprechend geringer aus. Eine Überbuchung wird generell wie eine Annullierung behandelt. Reisende, die auf ihren Flug verzichten, erhalten meist eine zusätzliche Zahlung.

    Wer hilft beim Durchsetzen der Fluggastrechte?

    Einschlägige Informationen gibt es auf den Internetseiten der EU und der Verbraucherzentralen. Außerdem kämpfen inzwischen neben Rechtsanwälten auch einschlägige Internet-Dienstleister für die Rechte von Fluggästen. Das ist natürlich mit Kosten verbunden.