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Flughafen München hält an 3. Startbahn fest | BR24

© dpa/pa/Dirk Daniel Mann

Flughafen München

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    Flughafen München hält an 3. Startbahn fest

    Am Münchner Flughafen ist die Zahl der Passagiere auch im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen - damit der Flughafen weiter wachsen kann, ist nach Ansicht der Betreibergesellschaft eine 3. Startbahn nötig.

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    Im vergangenen Jahr hatte die bayerische Staatsregierung ein fünfjähriges Moratorium beschlossen, so lange wird ein Neubau auf keinen Fall beginnen. Das politische Moratorium in Sachen 3. Startbahn sehen die Betreiber des Flughafens München nicht als das komplette Aus für die Pläne. Das wurde einmal mehr bei der Jahrespressekonferenz der Flughafen München GmbH deutlich.

    "Die 3. Startbahn bleibt ein zentrales Zukunftsprojekt“. Michael Kerkloh, Chef Flughafen München

    Nur mit dieser Ausbauperspektive könne sich der Airport langfristig als bedeutende europäische Luftverkehrsdrehscheibe weiterentwickeln. Doch Kerkloh weiß auch: Selbst wenn gleich nach Ablauf des jetzigen Moratoriums die Entscheidung für den Bau fallen würde, wäre die dritte Piste frühestens 2030 fertig. Bis dahin sind die Wachstumsmöglichkeiten erst einmal „gedeckelt“, wie der Flughafenchef es ausdrückte.

    So viele Passagiere wie noch nie am Flughafen München

    Im vergangenen Jahr wurden im Erdinger Moos 46 Millionen Passagiere gezählt – vier Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Die Zahl der Starts und Landungen stieg um zwei Prozent auf 413.000 und kommt damit noch nicht an die Ergebnisse der Rekordjahre 2007 und 2008 heran. Das Minus von fast drei Prozent bei der Fracht erklärte der Flughafenchef unter anderem damit, dass die Lufthansa jetzt öfter den Riesenvogel A 380 einsetzt, der zwar Platz für besonders viele Passagiere, aber dafür weniger Ladefläche hat.

    Umbau und Erweiterung am Flughafen München

    27 Jahre nach seiner Eröffnung wird das Terminal 1 am Flughafen München umgebaut und erweitert – nicht das einzige anstehende Projekt. 14 Baustellen beschäftigen die Flughafen München GmbH zur Zeit: neue Parkhäuser zum Beispiel, der vierspurige Ausbau des Flughafenzubringens-Ost, ein Bahntunnel, die Erschließung des Lab-Campus, der Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammenbringen soll. Die Baustelle für die Terminalerweiterung wird derzeit bereits eingerichtet, zwölf Abstellpositionen für Flugzeuge fallen schon weg, sichtbar gebaut wird ab nächstes Jahr. Dabei entsteht ein neuer Flugsteig, der mehr als 320 Meter weit in das westliche Vorfeld ragen wird. Flughafenchef Michael Kerkloh spricht von einer „Operation am offenen Herzen“, denn der Terminalbetrieb geht währenddessen weiter. 2023 sollen Umbau und Erweiterung abgeschlossen sein: Kostenpunkt: 455 Millionen Euro.

    Pünktlichkeit hat sich seit 2014 verschlechtert

    Eine Baustelle im übertragenen Sinn ist das Thema Pünktlichkeit bei den Abflügen. Seit 2014 hat sie sich von 86 auf 70 Prozent verschlechtert. Personalmangel, Kapazitätsengpässe in der Luft und am Boden werden zum Beispiel dafür verantwortlich gemacht. Derzeit untersucht ein Expertenteam, wie der Flugbetrieb und die Passagierabfertigung optimiert werden können.

    Flughafen München berät Turkish Airlines

    Unterdessen ist die Flughafen München GmbH weiterhin auch im Ausland aktiv. Derzeit berät sie zum Beispiel Turkish Airlines beim Umzug vom Flughafen Atatürk zum neuen Istanbuler Flughafen. Dieser Airport hat für Kerkloh „die geostrategisch beste Lage weltweit“. Man werde von dort „jede Ecke der Welt nonstop erreichen können – das ist bisher nicht der Fall“.