BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Firmengründer Münch verlässt Aufsichtsrat von Rhön-Klinikum

1
Per Mail sharen

    Firmengründer Münch verlässt Aufsichtsrat von Rhön-Klinikum

    Bei der Hauptversammlung der Rhön-Klinikum AG ist Gründer Eugen Münch als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten. Schon Anfang Juni wollte ein großer Aktionär Münch ablösen. Er hatte sich für die umstrittene Übernahme durch Asklepios eingesetzt.

    1
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Vor 46 Jahren hat er die Rhön-Klinikum AG gegründet, jetzt zieht sich Eugen Münch aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens zurück. Bei der ordentlichen Hauptversammlung trat Münch nicht mehr für einen Sitz im Kontrollgremium an. Erst Anfang Juni wollte ihn einer der großen Aktionäre, das Pharmaunternehmen B. Braun, als Aufsichtsratsvorsitzenden ablösen. Eugen Münch konnte sich damals gegen B. Braun durchsetzen. Jetzt will der 75-Jährige künftig nur noch beratend tätig sein.

    Verdi kritisiert Übernahme durch Asklepios

    Vorausgegangen war eine Übernahme der Rhön-Klinikum AG durch den Hamburger Klinikbetreiber Asklepios, die von Münch maßgeblich mitbetrieben worden war. Verdi kritisierte die Übernahme im Vorfeld der Hauptversammlung scharf. "Mit der Übernahme wächst die Marktmacht eines Konzerns, der mit rücksichtslosen Methoden versucht, aus der Versorgung kranker Menschen möglichst hohe Gewinne zu ziehen", monierte die Gewerkschaft.

    Asklepios verweigere vielen Beschäftigten den Schutz durch Tarifverträge und setze flächendeckend auf Outsourcing, um Kosten zu drücken. Der Deal der beiden privaten Gesundheitskonzerne führe auf erschreckende Weise vor Augen, wie die Politik durch die Kommerzialisierung von Kliniken an Einfluss auf Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung verliere.

    Rhön-Klinikum zahlt keine Dividende aus

    In der Hauptversammlung wurde außerdem die Erwartung bestätigt, dass das Rhön-Klinikum seinen Aktionären in diesem Jahr keine Dividende zahlt. Der Bilanzgewinn in Höhe von 203 Millionen Euro solle auf die nächste Jahresrechnung vorgetragen werden und so die Liquidität stärken und Investitionen ermöglichen. Schließlich habe auch die Corona-Pandemie zu Unsicherheiten und Auswirkungen auf die Ertrags- und Liquiditätslage des Unternehmens geführt.

    Gewinne im ersten Halbjahr 2020 zurückgegangen

    An den fünf Standorten der Rhön-Klinikum AG in Bayern, Hessen, Thüringen und Brandenburg seien im vergangenen Jahr 860.528 Patienten behandelt worden, 1,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Umsatz sei um 5,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gewachsen, sagte der amtierende Vorstand Gunther Weiß. Im ersten Halbjahr 2020 sei bei steigenden Umsätzen allerdings sowohl die Zahl der Patienten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen als auch der Gewinn. Positive Einmaleffekte im Vorjahr hätten zusammen mit negativen Einmaleffekten aus der Asklepios-Übernahme sowie einer Abfindung für den ehemaligen Vorstandschef Stephan Holzinger das Konzernergebnis mit 3,7 Millionen Euro in die Verlustzone rutschen lassen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!