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FFP2-Pflicht: Können Masken steuerlich abgesetzt werden? | BR24

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Seit heute gilt in Bayern im ÖPNV und in Geschäften eine FFP2-Maskenpflicht. Diese Masken sind teurer als Community-Masken. Können sie steuerlich abgesetzt werden und ist es ein geldwerter Vorteil, wenn man sie vom Arbeitgeber gestellt bekommt?

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FFP2-Pflicht: Können Masken steuerlich abgesetzt werden?

Seit Montag gilt in Bayern im ÖPNV und in Geschäften eine FFP2-Maskenpflicht. Diese Masken sind teurer als Community-Masken. Können sie steuerlich abgesetzt werden und ist es ein geldwerter Vorteil, wenn man sie vom Arbeitgeber gestellt bekommt?

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Von
  • Anja Keber

Im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften in Bayern muss ab heute eine FFP2-Maske getragen werden. Ob Steuerzahler ihre Masken von der Steuer absetzen können, dafür gibt es noch keine abschließende Verwaltungsanweisung. Isabelle Klocke, Leiterin der Abteilung Steuerrecht beim Bund der Versicherten, empfiehlt aber Rechnungen beispielsweise aus der Apotheke aufzubewahren, falls man das bei der Steuer geltend machen möchte.

FFP2-Maske: Werbungs- oder Gesundheitskosten

Wenn man die FFP2-Maske beruflich getragen hat, könne man sie eventuell als Werbungskosten ansetzen, sagt Isabelle Klocke. Wer sie aus privaten Gründen tragen musste oder wollte, könne sie als Gesundheitskosten absetzen. Allerdings würden diese vom Finanzamt erst anerkannt, wenn "eine bestimmte zumutbare Eigenbelastung überschritten wird", erklärt die Steuerrechtlerin.

Landesamt für Steuern sieht keine Absetzbarkeit

Das Bayerische Landesamt für Steuern ordnet dies anders ein. Aufwendungen für den Erwerb von Schutzmasken durch Privatpersonen zählten in der Regel zu den Kosten der privaten Lebensführung im Sinne des Einkommensteuergesetzes des Bundes und seien daher grundsätzlich durch den Grundfreibetrag im Einkommensteuerrecht abgegolten, meldet das Landesamt für Steuern auf BR-Anfrage. Von der gegenwärtigen Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes seien in der Regel alle Menschen in gleicher Weise betroffen. Ein Abzug als "außergewöhnliche Belastung ", unter die sonst gegebenenfalls auch durch einen Arzt verordnete medizinische Hilfsmittel für Einzelne, wie Hörgeräte, fallen können, sei deshalb nicht möglich.

Ein Mund-Nasen-Schutz könne sowohl im beruflichen Alltag als auch privat, zum Beispiel beim Einkaufen getragen werden, erklärt das Landesamt für Steuern. "Eine Trennung zwischen beruflicher und privater Sphäre ist daher im Allgemeinen nicht zweifelsfrei möglich, sodass auch ein Abzug als Werbungskosten ausscheidet."

Um FFP2-Masken von der Steuer absetzen zu können, müsste der Bund das Steuergesetz ändern, teilt das Landesamt für Steuern mit. "Derzeit gibt es unseres Wissens nach auf Bundesebene keine konkreten Pläne für eine solche Gesetzesänderung", heißt es.

Experten: FFP2-Masken vom Arbeitgeber kein geldwerter Vorteil

In manchen Branchen können Arbeitgeber ihre Fürsorge ausweiten und eine FFP2-Maskenplicht in ihrem Betrieb anordnen. Dann müssen Beschäftigte aber nicht selber für die Gesichtsmasken zahlen, sondern der Arbeitgeber übernimmt die Kosten. Denn die Maske gilt als Schutzkleidung, wie Sicherheitsschuhe oder ein Helm und diese Kosten trägt der Arbeitgeber. Nach Expertenmeinung ist dies kein geldwerter Vorteil, da im eigenbetrieblichen Interesse gehandelt wird.

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