Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Fernsehhersteller Loewe legt den Betrieb still | BR24

© BR/Markus Klingele

Der oberfränkische Fernsehhersteller Loewe stellt Anfang kommenden Monats seinen Betrieb fürs Erste ein. Das teilte das Unternehmen mit. Grund ist die bislang vergebliche Suche nach einem Investor für das Traditionsunternehmen aus Kronach.

2
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Fernsehhersteller Loewe legt den Betrieb still

Der oberfränkische Fernsehhersteller Loewe stellt Anfang kommenden Monats seinen Betrieb fürs Erste ein. Das teilte das Unternehmen mit. Grund ist die bislang vergebliche Suche nach einem Investor für das Traditionsunternehmen aus Kronach.

2
Per Mail sharen
Teilen

Der TV-Hersteller Loewe hat seine Insolvenz in Eigenregie beendet und stellt zum 1. Juli den Geschäftsbetrieb ein. Wie das Unternehmen mitteilte, wird das Verfahren in eine sogenannte Regelinsolvenz überführt. Der Geschäftsführung zufolge war dem Traditionsunternehmen aus Kronach das Geld ausgegangen. Und die Gläubiger sind demnach nicht gewillt, eine weiteres Darlehen zur Fortsetzung des Betriebs zu bewilligen.

Wörtlich heißt es:

"Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 01.07.2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen." Ralf Vogt, Loewe-Geschäftsführer

Damit steht die Firma mit den noch verbliebenen rund 400 Mitarbeitern vor dem endgültigen Aus. Loewe - 1923 gegründet - war ein Pionier der Fernsehtechnik, hat jedoch seit langem mit der übermächtigen Konkurrenz aus Südkorea, Japan und China zu kämpfen.

Insolvenzverwalter von Loewe bleibt gleich

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rüdiger Weiß von der Kanzlei WallnerWeiß bestellt. Weiß war auch schon bis zum Übergang in die Regelinsolvenz der Zuständige Sachwalter der Insolvenz in Eigenregie. Diese wurde vergangene Woche beendet, da man weder einen Investor noch einen Kreditgeber finden konnte, durch deren Geld der Betrieb aufrechterhalten werden konnte.

Ab 1. Juli: Betriebsstilllegung bei Loewe

Wie es in einer Pressemeldung heißt, sollen bis zum 01.07.2019 sowohl die Zahlungen der Löhne und Gehälter im Rahmen von Insolvenzgeld, wie auch die Aufrechterhaltung des operativen Geschäftes sichergestellt sein. Zusätzlich werde aber auch noch weiter nach einem Investor gesucht, der Loewe retten könnte.

Auf Loewe-Betriebsversammlung werden Mitarbeiter informiert

Derzeit werden die Mitarbeiter von Loewe bei einer Betriebsversammlung über die Entscheidung informiert. Wie es nun bei Loewe weiter geht, ist unklar. Laut Peter Nortmann, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing, will Loewe zusammen mit Partnern beginnen, das internationale Lizenzgeschäft besser als bisher zu vermarkten.

IG Metall: "Loewe Mitarbeiter wurden verarscht"

Am Morgen hatten über 200 Mitarbeiter von Loewe für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und für mehr Transparenz beim Insolvenzverfahren demonstriert.

"Die Belegschaft von Loewe wurde die ganze Zeit verarscht", so Jürgen Apfel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Coburg. Die IG Metall ärgert sich auch über die Ernennung des vorläufigen Insolvenzverwalters, da dieser schon bei der Insolvenz in Eigenverwaltung kein positives Ergebnis für die Mitarbeiter heraushandeln konnte.

Weiter wirft die IG Metall dem Management "Haifischkapitalismus" vor. Es ginge nur noch um Profitmaximierung. Nach der Kundgebung liefen die Mitarbeiter in einem Demozug zur Entwicklungsabteilung. Dort fand die Gläubigerversammlung statt.

💡 Kurze Geschichte von Loewe?

Das Unternehmen wurde 1923 von den Brüdern David und Siegmund Loewe gegründet. Anfänglich ging es um die Herstellung von Radios, später auch um den Bau von Fernsehern. Technisch war Loewe häufig ein Vorreiter in der Branche. Seit 2004 kämpft das Unternehmen wegen des wachsenden Preisdrucks mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. (Erklärt von Dirk Vilsmeier, BR Wirtschaftsredaktion)