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Fast-Food-Ketten unter Druck: Gewerkschaft droht mit Streiks | BR24

© Gewerkschaft NGG (www.ngg.net)

Unter dem Dach von "Fast Food Workers United" kämpfen die Beschäftigten schon seit Monaten für einen Mindeststundenlohn von 12 Euro.

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Fast-Food-Ketten unter Druck: Gewerkschaft droht mit Streiks

Die Enttäuschung ist groß auf Arbeitnehmerseite: Die Tarifverhandlungen für die Systemgastronomie wurden ergebnislos vertagt. Um den Druck auf Fast-Food-Ketten aufzubauen, will die Gewerkschaft in vielen Städten zu Warnstreiks aufrufen.

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Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für die rund 120.000 Beschäftigten der Systemgastronomie einen Stundenlohn von mindestens zwölf Euro. Der soll in der untersten Tarifgruppe gelten. Die Gehälter der weiteren Gruppen sollen entsprechend angepasst werden.

"Lohnerhöhung von 30 Prozent unwirtschaftlich"

Die Forderung nach einer Lohnerhöhung von fast 30 Prozent sei für die Unternehmen untragbar, so der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS). Die Lohnforderung gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in Deutschland. Im BdS sind unter anderen Konzerne wie McDonald’s, Burger King, Starbucks und Pizza Hut Mitglied. Doch auch Unternehmen wie L’Osteria oder Nordsee sind dabei, die ein gehobenes Image vermitteln.

Der Wettbewerb für Fast-Food-Ketten steigt

Der Tarifkonflikt kommt für die Systemgastronomie in einer turbulenten Zeit. Denn die Ansprüche an Fast-Food-Ketten verändern sich. Sie müssen auf neue Ernährungstrends reagieren und mehr Geld für die Digitalisierung ausgeben. Zum Jahresbeginn ist außerdem der gesetzliche Mindestlohn auf 9,35 Euro gestiegen. Die Branche ist unter Druck: Der Wettbewerb sei insgesamt größer geworden und man müsse sich einfach mehr durchsetzen, so Kirstin Keller von Pizza Hut gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Der Kostendruck sorge für Armutslöhne in der gesamten Branche, wirft die Gewerkschaft den Arbeitgebern der Branche vor. Sie besteht auf einen tariflichen Mindeststundenlohn von 12 Euro.

"Es kann nicht sein, dass es ein Geschäftsmodell gibt, in dem die Arbeitgeber Geld sparen und der Staat durch Sozialleistungen aufstocken muss." Freddy Adjan, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Gewerkschaft: Beschäftigten droht Altersarmut

Die Arbeit in der Systemgastronomie sei der direkte Weg in die Altersarmut. Die Steuerzahler würden einen Teil der Beschäftigten doppelt finanzieren, weil viele Beschäftigte während ihres Erwerbslebens schon Hilfe vom Staat brauchen und außerdem im Alter staatliche Unterstützung beantragen.

Der Arbeitgeberverband hingegen sieht nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Betriebe in Gefahr, sondern verweist im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk auch auf weitere Leistungen, die die Gewerkschaft nicht in die Diskussion mit einbeziehen würde.

"Wir haben nicht nur die nackten Stundenlöhne. Wir machen selbstverständlich auch einen Manteltarifvertrag, der Sonderleistungen enthält wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeldzuschläge. Das muss insgesamt gesehen werden." Andrea Belegante, Bundesverband der Systemgastronomie

Warnstreiks bei McDonald's und Co. geplant

Mit dem Angebot der Arbeitgeberseite, die Löhne um 13 Cent auf 9,48 Euro zu erhöhen, gibt sich die Gewerkschaft nicht zufrieden. Der dritte Verhandlungstermin soll am 13. und am 14. Februar in Stuttgart stattfinden. Um davor den Druck zu erhöhen, will die Gewerkschaft zu Warnstreiks bei McDonald's und Co. aufrufen.

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