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Familienunternehmen in Bayern: So stützen sie die Wirtschaft | BR24

© Johannes Lenz, BR

In der Studie geht es zentral um die Frage, ob die Wirtschaftskraft auf dem Land mit einem hohen Anteil an Familienunternehmen zusammenhängt.

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Familienunternehmen in Bayern: So stützen sie die Wirtschaft

Sie sind regional verwurzelt und sichern Arbeitsplätze in allen Bereichen: Familiengeführte Unternehmen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, wie wichtig sie für den ländlichen Raum sind und wie gut die einzelnen Regionen in Bayern abschneiden.

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Von
  • Johannes Lenz

Familienunternehmen sind eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Dabei handelt es sich bei weitem nicht nur um kleine Firmen mit wenigen Beschäftigten. Oft weisen international tätige Unternehmen, die in ihrem Bereich zu den "Hidden Champions" zählen, eine lange Familientradition auf. Die Stiftung Familienunternehmen hat vom wirtschaftsnahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln untersuchen lassen, wie wichtig sie für den ländlichen Raum sind.

Familienunternehmen als Jobmotoren der Wirtschaft

Etwa 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in familiengeführten Betrieben. Besonders hoch sei deren Anteil im ländlichen Raum Süddeutschlands. Laut der Studie hat das positive Folgen für die dortige Wirtschaft.

"Man kann sagen, dass Regionen, in denen Familienunternehmen stark vertreten sind, ausnahmslos in allen Kategorien besser abschneiden als Regionen mit wenigen Familienunternehmen." Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen

Die Stiftung hat den Einfluss von familiengeführten Betrieben auf die regionale Wirtschafts- und Finanzkraft, aber auch auf den regionalen Arbeitsmarkt analysiert.

Familienbetriebe stärken Innovationskraft

Regionen mit einer hohen Familienunternehmensdichte hätten weniger Arbeitslose und mehr Azubis. Laut der Studie ziehen auch mehr Menschen in die Region, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist deutlich höher und die Kommunen sind weniger verschuldet. Eine Region mit vielen familiengeführten Unternehmen habe auch mit dreimal so vielen Patenten eine höhere Innovationskraft.

Neumarkt und Eichstätt auf den ersten Plätzen

Der Anteil von Familienunternehmen an allen Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern ist laut der Studie besonders in Bayern und Baden-Württemberg sehr hoch. Deutschlandweit zählt Neumarkt in der Oberpfalz zu den Landkreisen mit der höchsten Dichte an familiär geführten Betrieben. Die deutschlandweit niedrigste Arbeitslosenquote im ländlichen Raum mit hoher Familienunternehmensdichte hat der Landkreis Eichstätt mit 1,3 Prozent.

Höchste Patentanmeldungen unter den ländlichen Räumen hat der Landkreis Regensburg – hier haben auch überdurchschnittlich viele Familienunternehmen ihren Sitz.

Lobt die Studie Familienbetriebe in den Himmel?

Angesichts der auffällig vielen positiven Effekte, die die Studie Familienbetrieben zuschreibt, ist wichtig zu wissen: 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland gelten als Familienunternehmen. Auch ein weltweit tätiges Unternehmen wie BMW gilt als familiengeführt.

In manchen Fällen kann man Familienführung nicht als einzigen Grund für Wirtschaftskraft gelten lassen. Diese hängt auch davon ab, welche Branchen in einer Region besonders stark vertreten sind. Beispielsweise erzielt zwar der Landkreis Dingolfing-Landau tatsächlich das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im ländlichen Raum und dort sind auch viele Familienunternehmen ansässig. Doch im Landkreis wohnen auch viele Menschen mit technisch-naturwissenschaftlichen Berufen. Im Durchschnitt erzielen diese höhere Löhne.

Die Studie vergleicht auch keine städtischen Regionen mit vielen Großkonzernen mit der Wirtschaftskraft von Regionen mit vielen familiengeführten Unternehmen.

Fest steht aber: Familienunternehmen sind deutschlandweit die wichtigsten Arbeitgeber und Bayern ragt durch die hohe Dichte an Familienunternehmen und positive Wirtschaftsfaktoren besonders heraus.

Damit das so bleibt, fordert die Stiftung Familienunternehmen von der Politik unter anderem einen schnelleren Breitbandausbau und niedrigere Energiepreise. Nur so könne der Staat die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich erhöhen. Auch diese wirtschaftsnahen Forderungen will die Stiftung Familienunternehmen mit der Studie unterstreichen.

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