BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Fahrradbranche kämpft mit Lieferengpässen | BR24

© BR
Bildrechte: BR

Langsam werden die Fahrrad-Ersatzteile knapp. Auch eine Werkstatt in Höchstadt an der Aisch wartet händeringend auf Lieferungen auf Asien, aber die lassen auf sich warten.

4
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Fahrradbranche kämpft mit Lieferengpässen

Langsam aber sicher werden die Ersatzteile knapp. Bei Fahrrad-Dresel in Höchstadt an der Aisch wartet das Team händeringend auf Lieferungen auf Asien, aber die lassen auf sich warten.

4
Per Mail sharen
Von
  • Constanze Schulze

Die Jungs vom Werkstatt-Team haben alle Hände voll zu tun: Reparaturen und Service für den Frühling. Täglich kommen Kundenfragen, viele wollen ihr Rad fit für die neue Saison machen.

Wartezeiten von mehr als einem halben Jahr

Das Team von Fahrrad-Dresel könnte jetzt im Akkord arbeiten, aber es fehlen viele Teile. Nachbestellungen sind schwierig, denn die Händler haben keine Ware, erzählt Werkstattmeister Jan Nothbaar. "Zahnräder, Zahnkränze, auch viele Ketten und Schaltwerke, das sind so die Hauptartikel, die fehlen."

Wenn sie Glück haben, bekommen sie in diesem Jahr noch Ersatzteile. Wenn es schlecht läuft, wird erst nächstes Jahr wieder geliefert. Und so entstehen immer mehr Lücken in den Regalen. Fast alle Teile werden in Asien gefertigt, erzählt Fahrrad-Händler Bodo Dresel. Durch den Lockdown konnte dort nicht produziert werden. Die Werke hängen hinterher und auch die Lieferkapazitäten sind knapp, sagt er. Es komme schon was an, aber eben viel zu wenig. "Unsere Lieferanten lassen mittlerweile auch per Luftfracht die Sachen rüberkommen, weil die Container so knapp sind. Das erhöht die Preise natürlich auch nochmal." Darum würde es jetzt im Fahrradbereich einen Preisanstieg gegeben. Räder und Material seien so jetzt einfach teurer geworden. Das hänge vor allem mit den hohen Lieferkosten zusammen.

Preissteigerungen von bis 50 Euro pro Rad

Mit höheren Preisen rechnet Dresel vor allem bei neuen Rädern. Kunden müssten pro Rad mit einem Aufpreis von etwa fünfzig Euro rechnen. Das sorge bei den Kunden natürlich für Verwunderung und Ärger. Dresel telefoniert oft mit seinen Kunden, im Moment gibt es viele Fragen. "Wir versuchen den Kunden zu erklären, warum ihr bestelltes Fahrrad jetzt später geliefert wird, als ursprünglich mal geplant war. Mögliche Preiserhöhungen nehmen die meisten im Moment Zähne knirschend hin."

Zulieferer kommen mit Produktion nicht hinterher

Sein Laden ist aktuell noch geschlossen, aber Dresel bietet Online-Beratung und Termine für Probefahrten an. Noch hat er viele Räder im Lager. Vergangenes Jahr hat er 20 Prozent mehr Fahrräder verkauft. Das sei ein echtes Boom-Jahr gewesen. Auch wenn dieses Jahr die Preise steigen werden, rechnet der Händler mit einer großen Nachfrage.

Die große Frage sei aber, wie die Räder verfügbar seien und ob jeder Kunde, der ein Fahrrad möchte auch eines bekommen werde. Wie das Geschäft dieses Jahr laufen wird, sei im Moment also überhaupt nicht absehbar. Der Händler rechnet damit, dass die Lieferengpässe für Räder und Ersatzteile noch lange bestehen werden. Die Lieferanten könnten keine verlässlichen Aussagen dazu treffen. Für Dresel ist das natürlich ärgerlich, denn die Kunden wären bereit, in Räder zu investieren.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!